Autor Thema: Neubewerbungen ab 2014 für Kehrbezirke  (Gelesen 3495 mal)

Gerd aus Strausberg

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Neubewerbungen ab 2015 für Kehrbezirke lösen Schrecken bei den Kehrbezirksinhabern aus:

Schornsteinfeger, die bisher einen Kehrbezirk ihr Eigen nannten, durften den bis zur Rente ausbeuten. Jetzt müssen sie sich alle sieben Jahre neu um einen Bezirk bewerben.

Das Glück hat sie scheinbar verlassen, zumindest ein bisschen, denn abzuzocken gibt es noch genug. Dabei denke ich an die „Feuerstättenbescheide“, eine Neuerfindung der ständig nach neuen Einnahmequellen suchenden Feger. 10,50 € bei 2.500 Haushalten 26.250 € alle 3,5 Jahre, nur für einen Knopfdruck am Computer. Hinzu kommt noch die einträgliche „Feuerstättenschau“, die hat man, obwohl man musste, früher nie durchgeführt. Jetzt ist sie wieder aktuell, denn sie bringt bares Geld. Nicht etwa das es üblich ist, wie vom Gesetz vorgeschrieben, dass der Kehrbezirksinhaber diese Feuerstättenschau durchführt. Üblich ist es eher, dass der Geselle, der ja ohnehin in´s Haus kommt, das gleich gesetzwidrig mitmacht.

Doch glücklich sind sie ganz und gar nicht, wenn sie ständig daran denken müssen, dass sie sich für ihren bisherigen oder einen anderen Kehrbezirk neu bewerben sollen. Das gilt auch für die alt eingesessenen Bezirksinhaber. Vielleicht hat der bisherige Geselle auf Grund seiner besseren Qualifizierung schon im Geheimen die Bewerbung für einen eigenen Kehrbezirk, nämlich den seines bisherigen Brötchengebers, geplant? Das Mistrauen geht um in den Kehrbezirken. Die Schornsteinfeger wissen schon seit geraumer Zeit, was ihnen im nächsten Jahr blüht. 2009 trat das neu überarbeitete Dienstleistungsgesetz in Kraft. Die Übergangszeit reicht bis zum 01.01.2015. Die Feger sorgen sich um die Arbeitsplätze in den Kehrbezirken, die eventuell aufgrund einer Nichterneuerung der bisherigen Privilegien an die Altinhaber gefährdet sind. Fegerarbeitsplätze und Fegerausbildungsstellen stehen auf der Abschussliste.

Mit der neuen Gesetzeslage, kritisiert die Schornsteinfegerinnung, „wird ein bisher gut funktionierendes System kaputt gemacht“. Das ist richtig: Ein bisher gut funktionierendes System wurde kaputt gemacht, aber ein System für die Schornsteinfeger und gegen den Heizungsbetreiber. Dieses „gut funktionierende System“ ergab für die Schornsteinfeger sehr hohe Gewinne. Bis zu 500 € Stundeneinnahmen hatten diese. Für fünf Minuten „Arbeitszeit“ wurden 60 € und mehr abkassiert.

„Unser Wunsch ist es, dass die Schornsteinfeger ihre jetzigen Kehrbezirke wieder bekommen“, fordert die Fegerinnung, die gebetsmühlenartig das bisherige „gut funktionierende System“ lobt. Jetzt müssen sich die Schornsteinfeger alle sieben Jahre neu um einen Kehrbezirk bewerben und im Anforderungskatalog geforderte Punkte sammeln. Auf den Bezirksinhaber kommen zusätzliche Kosten zu, denn eine Bestellungsurkunde kostet einen Bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger jeweils um die 500 Euro. Was für ein Verlust. Mein Heizungsmonteur hat mir berichtet, dass er bei seinen Kunden nun auch die Fegerarbeiten, einschließlich Messungen, mitmachen darf, hat man ihm für „Lehrgänge“ und Urkunden/Genehmigungen fast 10.000 Euro abgeknöpft. Dafür muss er das aber bei den Kunden selber durchführen, nicht etwa sein bestens qualifizierter Geselle. Bei den Fegern darf der Geselle alles machen. Was für eine Gerechtigkeit!


Siehe auch:

http://www.kontra-schornsteinfeger.de/forum/schornsteinfeger-monopol/shk-handwerk-wieder-von-schornsteinfegern-ausgetrickst/

http://www.kontra-schornsteinfeger.de/forum/themen-von-gerd-aus-strausberg/der-unehrliche-vertrag/

« Letzte Änderung: 19.02.14, 21:30 von Gerd aus Strausberg »