Autor Thema: Termin viel zu kurzfristig angesetzt für Abgaswegeprüfung  (Gelesen 12010 mal)

Nicoletta

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Hallo zusammen,

irgendwie habe ich jetzt auch Lust den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zu ärgern, weil er mich geärgert hat.

Wir haben in unserem EFH eine stinknormale Gastherme ohne besondere Extras und auch keinen Kamin oder sonstige Feuerstätten. Die Heizung lassen wir alle 2 Jahre von einer Heizungsfirma warten, zuletzt 2011. Dieses Jahr im September ist also wieder eine Wartung fällig. Obwohl wir nun schon 9 Jahre hier wohnen, haben wir unseren bevollmächtigten BSF erst 2011 zum erstenmal kennengelernt. In den Jahren zuvor hat er nie was von uns gewollt. 2011 war also bei uns, hat sein Messgerät an die Heizung angeschlossen und nach weniger als 5 Minuten war er auch schon wieder weg. Bei einem Rechnungspreis von 55 Teuronen ein guter Stundenlohn.

Nun hatten wir am letzten Mittwoch frühmorgens einen Zettel im Briefkasten, auf dem stand "Ihr Schornsteinfeger kommt zur Immissionsschutzmessung (§§ 14, 15 BimSchV) und Abgaswegeprüfung, Zeit: Mittwoch zwischen 9 und 9:30 Uhr", also am selben Tag. Er muss den Zettel wohl am Vortag irgendwann nachmittags eingeworfen haben. Wir gucken nur mittags in der Briefkasten, nachdem der Briefträger da war. Wir haben auf diesen Zettel nicht reagiert, den Termin also nicht abgesagt, obwohl wir wussten, dass wir an diesem Vormittag nicht anwesend sein werden. Das war uns einfach zu kurzfristig. Am Abend lag dann ein weiterer Zettel von ihm im Briefkasten. Diesmal stand darauf "Ihr Schornsteinfeger war trotz Anmeldung vergeblich hier, um folgende Arbeiten durchzuführen: Immissionsschutzmessung nach BimSchV) und eine Abgaswegeprüfung". Und darunter in dunkelrot stand noch "Bitte weisen Sie mir eine fristgerechte Durchführung der Arbeiten, mittels Formblätter entsprechend Ihrem Feuerstättenbescheid nach. Sollte kein Nachweis (im angegebenen Zeitraum) erfolgen, bin ich nach §25 SchofG verpflichtet die zuständige Behörde zu informieren". Abgesehen davon, dass er auf diesem 2. Zettel gar keinen neuen Termin angegeben hat, finde ich es einfach nur unverschämt, dass er mir auf diese Art und Weise droht. Hätte er den ersten Termin nichtso kurzfristig gemacht, hätten wir auch die Zeit gehabt uns darauf einzustellen, aber so nicht. Wir hätten ja auch im Urlaub sein können.

Was kann ich nun tun? Irgendwie muss ich ja nun reagieren...

Liebe Grüsse
Nicoletta

XXX

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Auf Wunsch des Users XXX gelöscht.
« Letzte Änderung: 14.07.17, 17:04 von Datko »

TWMueller

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Gerade der Tip im vorhergehenden Beitrag, sich einen FREIEN Schornsteinfeger zu suchen, wäre wohl das Beste. Nicht nur, dass man damit dem Auftreten in Gutherrenmanier die Rote Karte zeigen kann, mit der Trennung von KEHRBEZIRK und HANDWERK ist der Bürger auch in der Lage, durch sein selbstbestimmtes Verhalten, den Mischmasch des Gesetzgebers wenigstens etwas zu korrigieren.

Der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" will BEHÖRDE spielen und z.B. Feuerstättenbescheide als VERWALTUNGSAKT erlassen. Werden wir wohl noch etwas so hinnehmen müssen.

ABER ...
... BEHÖRDEN erteilt man KEINE HANDWERKLICHEN AUFTRÄGE.

Im Prinzip und aus Prinzip sollte man daher einen FREIEN (ganz ohne Kehrbezirk) Schornsteinfeger beauftragen. Zur Not wäre ein Feger aus einem ANDEREN BEZIRK die zweitbeste Wahl. Da sich teilweise jedoch nur sehr schwer Alternativen finden lassen, die Einschränkung "im Prinzip". Wenn es gar nicht anders geht, muss halt noch mal der eigene Bezirksfeger ran. Ein Anruf (zur Terminabsprache) oder ein Mail (mit ca. drei möglichen Terminvorschlägen) müsste genügen. Die FRIST nach Feuerstättenbescheid (+ 14 Tage Meldefrist) sollte jedoch auf jeden Fall eingehalten werden, um ärgerliche Zusatzkosten zu vermeiden.

P.S.
Einfach so einen Terminzettel einwerfen, ist seit Anfang diesen Jahres wohl auch als wettbewerbswidriges Verhalten (nach UWG) anzusehen. Immerhin wird gegenüber dem Verbraucher vorgetäuscht, es gäbe eine (gesetzliche) Pflicht, genau diesen Anbieter zu beauftragen. Mitbewerber (andere Schornsteinfeger), aber auch VERBRAUCHERZENRALEN könnten dieses ABMAHNEN. Für den Bürger wäre es somit sinnvoll, seiner Verbraucherzentrale mal eine Kopie des Terminzettels zukommen zu lassen. Eine Verhaltensänderung bei den Bezirkshäuptlingen wird wohl erst dann einsetzen, wenn es an den Geldbeutel geht.
« Letzte Änderung: 31.05.13, 21:44 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Feuerstättenbescheid von vor 2 Jahren nicht mehr finde. Hab nur noch die Rechnung von damals gefunden, nicht aber den Bescheid. Vermutlich habe ich ihn weggeschmissen, wobei ich jetzt auch nicht beschwören kann, ob ich ihn jemals erhalten habe.
Gibt es denn dafür keine gesetzlich festgelegten zeitlichen Regelungen, z.B. alle 2 Jahre?
Im September würde meine Heizungsfirma die jährliche Wartung durchführen, die messen das doch auch. Kann ich nicht bis dahin warten und damit beim BSF die Messung nachweisen (falls er nochmal danach fragt)? Wie gesagt, unser BSF war vor 2 Jahren zum erstenmal bei uns. Er macht den Eindruck, dass er erstmal die Häuser abklappert, bei denen er schonmal Geld kassiert hat und ab und an klingelt er auch bei potentiellen Neukunden. Dazu gehörten wir vor 2 Jahren. Vielleicht vergisst er uns ja auch wieder...

Grüsse
Nicoletta

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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Feuerstättenbescheid von vor 2 Jahren nicht mehr finde. Hab nur noch die Rechnung von damals gefunden, nicht aber den Bescheid. Vermutlich habe ich ihn weggeschmissen, wobei ich jetzt auch nicht beschwören kann, ob ich ihn jemals erhalten habe.
Gibt es denn dafür keine gesetzlich festgelegten zeitlichen Regelungen, z.B. alle 2 Jahre?
Im September würde meine Heizungsfirma die jährliche Wartung durchführen, die messen das doch auch. Kann ich nicht bis dahin warten und damit beim BSF die Messung nachweisen (falls er nochmal danach fragt)? Wie gesagt, unser BSF war vor 2 Jahren zum erstenmal bei uns. Er macht den Eindruck, dass er erstmal die Häuser abklappert, bei denen er schonmal Geld kassiert hat und ab und an klingelt er auch bei potentiellen Neukunden. Dazu gehörten wir vor 2 Jahren. Vielleicht vergisst er uns ja auch wieder...

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Nicoletta

- Ein Anhaltspunkt, ob Sie überhaupt einen Feuerstättenbescheid erhalten haben, wäre es, wenn die Nachbarn einen erhalten haben.
- Die Zeitraum würden Sie auch von den Nachbarn erfahren, da die "Bezirksschornsteinfeger" sich die Zeiten passend gelegt haben.

- Bei der Wartungsfirma für die Heizung sollten Sie darauf drängen, dass die die Berechtigung erwerben, die trivilae "Schornsteinfegermessung" auch durchführen zu dürfen.
 
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Feuerstättenbescheid von vor 2 Jahren nicht mehr finde. Hab nur noch die Rechnung von damals gefunden, nicht aber den Bescheid. Vermutlich habe ich ihn weggeschmissen, wobei ich jetzt auch nicht beschwören kann, ob ich ihn jemals erhalten habe.

Da das Instrument des FEUERSTÄTTENBESCHEIDS erst 2008 neu erfunden wurde, dürfte dieses Papier wohl von vielen Bürgern nicht mit der Achtsamkeit behandelt worden sein, die ihm als VERWALTUNGSAKT eigentlich zukäme.

Ist praktisch jedoch kein Beinbruch. Einfach den Bezirksschornsteinfeger kurz anrufen oder ihm eine Mail senden und um eine KOPIE des FSB ersuchen.
In der neuesten Fassung der KÜO (April 2013) ist sogar eine neue Gebührenposition hierfür in der Anlage 3 zur KÜO vorgesehen:
"1.3 Je zusätzliche Ausfertigung eines Feuerstättenbescheides 2,0 AW"

Im Zweifelsfall muss zudem die BEHÖRDE (bBSF) den ZUGANG des Verwaltungsakts BEWEISEN.

Die Wartungsarbeiten der Heizungsbaufirma haben LEIDER keinerlei Einfluss auf die Pflichtarbeiten nach Feuerstättenbescheid. Nicht umsonst beschweren sich ja mehr und mehr Hausbesitzer, dass Messungen aus rein protektionistischen Gründen vom Schornsteinfeger DOPPELT vorgenommen (und berechnet) werden.

Und selbst wenn ein Betreiber seinen Kamin selbst kehrt, putzt und bis zum Hochglanz poliert, hat dies keine Wirkung. Der Schornsteinfeger will noch mal fegen und kassieren.

Mit "Brandschutz" und Logik hat das Alles nur sehr wenig zu tun. Bereits an dem Umstand, dass die "Kehr- und Überprüfungsordnung", die ja angeblich der Sicherheit dienen soll, nicht in die Zuständigkeit des INNEN-Ministeriums (zuständig für Sicherheitsfragen) sondern in die des WIRTSCHAFTS-Ministeriums fällt, kann man ersehen, dass es in Wirklichkeit vorrangig um eine WIRTSCHAFTS-FÖRDERUNG eines aussterbenden eigenständigen Berufsstands geht. Jede Zwangsrechnung eines Schornsteinfegers ist in Wahrheit eine Zwangsabgabe zur Rettung einer musealen Kehrbezirks-Struktur.
Doch wenn sich keiner wehrt, wird auch künftig noch gekehrt.
« Letzte Änderung: 07.06.13, 21:29 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Und selbst wenn ein Betreiber seinen Kamin selbst kehrt, putzt und bis zum Hochglanz poliert, hat dies keine Wirkung. Der Schornsteinfeger will noch mal fegen und kassieren.

Indirekt könnte man eventuell schon etwas erreichen. Man kehrt seinen Kamin selbst
und macht dann Beweissicherung, bevor der Schornsteinfeger kommt und wenn er da ist.

- Man schreibt, dass der Schornsteinfeger unnötig war und nur Geld gekostet hat.

Mögliche Adressaten:
- Bundeswirtschaftsministerium
- Politiker
- Die lokale Aufsichtsbehörde für Schornsteinfeger
- Die lokale Presse

+++++

---- Was ähnliches gilt für die Erdgasheizung,
z.B. Wartungsdienst vor dem Schornsteinfeger

Dann schreibt man, dass der Schornsteinfegereinsatz unnütz war.


+++++

Es müssten sich noch mehr Menschen gegen die 1935 eingeführten Bezirksschornsteinfeger wehren.
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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Datko

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Re: Selber kehren.
« Antwort #7 am: 09.06.13, 12:31 »
Ja Herr Datko,

der Aufruf ist gut, so sieht die Realität aus.

- Bundeswirtschaftsministerium                                  > gibt keine Antwort
- Politiker                                                               > gibt keine Antwort
- Die lokale Aufsichtsbehörde für Schornsteinfeger         > tanzt nach der schwarzen Pfeife
- Die lokale Presse                                                   > zeigt nur sehr begrenzt ein Interesse

Ich darf an Haus und Hof, am Auto.... alles machen, einen Besen durch den Kamin ziehen darf ich auch, das gilt aber nicht.
Nur der scharze Meister selbst darf das, ansonsten kommt unser Staat mit allem was er auszupacken hat, einschlißlich der Verletzung von Art.13 Grundgesetz "Unverletzlichkeit der Wohnung", was meist bei Verbrechen und schweren Delikten angewandt wird.

In unserem Lobby-Staat ist schon noch einiges möglich.

HR

Wir sollten Schreiben von und an Behörden auch hier im Forum veröffentlichen. So erfahren Journalisten, was sich so im Abzocksystem Schornsteinfeger tut. Auch die Mitarbeiter von Behörden und Politiker beobachten das Forum.

Wichtig wäre es, einen eingetragenen Verein zu gründen.
« Letzte Änderung: 09.06.13, 12:34 von Datko »
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