Autor Thema: Die halbherzige Entmachtung  (Gelesen 7011 mal)

Gerd aus Strausberg

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Die halbherzige Entmachtung
« am: 30.11.12, 20:27 »
Die halbherzige Entmachtung der Schornsteinfeger

Ab 2013 wird der Bezirksschornsteinfeger entmachtet, so wird es durch die Presse propagiert. Alle Hausbesitzer sollen dann frei wählen können, welchen Schornsteinfeger sie beauftragen. So war es von der EU gefordert. Durch Druck der Fegerlobby kam allerdings etwas ganz anderes heraus. Die von der EU durchgesetzte Liberalisierung sollte den Markt beleben und die Preise sollten sinken. Eine gute Sache für den Hausbesitzer/Heizungsbetreiber, doch man hatte da nicht mit der Schornsteinfegermafia gerechnet:

Einige Aufgaben bleiben Sache der Bezirksschornsteinfeger und deren Preise sollen zum Jahreswechsel steigen, Dank der FDP drastisch angehoben werden, sie unterliegen auch nicht der freien Marktwirtschaft. Genau die war kurz vor der letzten Wahl „der Schornsteinfegergegner“. Das waren die aber nicht wirklich, denn offensichtlich war das alles schon mit der Fegermafia abgesprochen. Man wollte Wähler sammeln, die Fegermafia tat so, als sei sie der FDP böse, wetterte furchtbar im Internet, forderte ihre Berufskollegen auf, die FDP nicht zu wählen, aber danach sickerte so langsam durch, das war alles nur getürkt. Die Schornsteinfegerinnungen forderten nur nach außen dazu auf, die FDP bei der Wahl zu boykottieren, denn intern wurden die Schornsteinfeger dazu aufgefordert, gerade diese scheinbar fegerfeindliche Partei zu wählen, denn man versprach den Fegern nach der Wahl wohlwollend unter die Arme zu greifen. Dieses Versprechen hat man auch eingehalten! Die Wähler wurden durch die FDP massiv getäuscht und verarscht und die Feger lachen sich ein´s in´s Fäustchen. Ein perfekt vor der Wahl abgesprochener Diel. Trotz den Lippenbekenntnissen der Fegerinnung, die FDP zu boykottieren, haben die Schornsteinfeger ausnahmslos die FDP gewählt und das war gut für sie. Die FDP verbündet sich mit der Schornsteinfegermafia, gegen die Bürger, nur um die Wahl zu gewinnen. Daraus ist erkennbar, dass die ganze Sache zum Nachteil der Bürger/Heizungsbetreiber ein abgekartertes Spiel war. Gleich nach der für die FDP erfolgreichen Wahl hörten sich alle Töne ganz anders an:

Ich habe die Wahlbetrügerin Frau Homburger innerhalb einer Wahlveranstaltung in Berlin-Mahlsdorf selbst erlebt. Eine Turnhalle einer Schule, vollgefüllt mit Heizungsbetreibern, alle voller Erwartung, denn das Thema dieser Wahlveranstaltung ließ Hoffnungen aufkommen, die hoch bezahlten Scheindienstleistungen der Feger endlich loszuwerden. Wie viele Hauseigentümer war ich auf dieser Wahlveranstaltung zu dem Thema der FDP: „Schornsteinfeger raus aus meinem Haus!“ Ich war begeistert, denn das war der FDP nicht zuzutrauen, es zu wagen, gegen die Allmacht der Schornsteinfegermafia vorzugehen, beinahe unglaublich. Doch der massive Betrug kam erst später an´s Tageslicht. Da stellt die Maulheldin Homburger sich doch tatsächlich in´s Rampenlicht dieser FDP-Veranstaltung und verkündet: “ Wenn wir gewählt werden, wird das Monopol aufgehoben!“ Und man wurde gewählt, aber dann klang das alles ganz anders:   

 … Die Fachkompetenz der Schornsteinfeger als Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte gerade im Zusammenhang mit unseren ehrgeizigen Klima- und Umweltschutzzielen ist nach wie vor unverzichtbar (FDP) …
… Durch technische Entwicklungen und auch durch einen sich verändernden Energiebedarf eröffnen sich permanent weitere Betätigungsfelder für das Schornsteinfegerhandwerk (FDP) …
… Der Beruf ist hochmodern und anspruchsvoll (FDP) …

Alle Hausbesitzer/Heizungsbetreiber müssen sich, Dank der FDP, darauf einstellen, dass die Rechnungen von den Schornsteinfegern ab 2012 weit höher ausfallen, als das in den letzten Jahren der Fall war. Nach den fegerfreundlichen Plänen der FDP von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sollen Schornsteinfeger für sogenannte "hoheitliche Aufgaben" erheblich mehr Geld bekommen. Bei der sogenannten Feuerstättenschau, eine Erfindung der Schornsteinfegermafia und abgesegnet durch die Politiker, „überprüft“ der Schornsteinfeger, ob Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Er nennt es eine „Inaugenscheinnahme“, er schaut also auf die Feuerstätte, richtig gültige Regeln gibt es dafür nicht, er schaut eben nur, aber das tut er für sehr viel Geld. Das ist das Geld der Bürger, das die sich sauer verdient haben, indem sie arbeiten mussten und die sollen nun einen Teil davon an den Scharlatan abführen, auf das es dem auch gut gehe.
« Letzte Änderung: 30.11.12, 22:09 von Gerd aus Strausberg »

TWMueller

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Die FDP und die Schornsteinfeger
« Antwort #1 am: 01.12.12, 22:11 »
FDP:
… Die Fachkompetenz der Schornsteinfeger als Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte gerade im Zusammenhang mit unseren ehrgeizigen Klima- und Umweltschutzzielen ist nach wie vor unverzichtbar (FDP) …
… Durch technische Entwicklungen und auch durch einen sich verändernden Energiebedarf eröffnen sich permanent weitere Betätigungsfelder für das Schornsteinfegerhandwerk (FDP) …
… Der Beruf ist hochmodern und anspruchsvoll (FDP) …

So einfach kann man mit geschickten Formulierungen die Menschen täuschen. Nehmen wir doch zur Vereinfachung mal an, die drei zitierten Aussagen wären zutreffend. Aber sagt dies auch nur ansatzweise etwas darüber aus, ob Deutschland Kehrbezirke braucht? Sagt das etwas aus, ob Prüfarbeiten an Heizungsanlagen ZWINGEND an den Beruf der Schornsteinbfeger GEBUNDEN werden müssen? Sagt es etwas aus, ob all die in der KÜO und der BImSchVO geforderten Pflichten des Bürgers überhaupt NOTWENDIG und ANGEMESSEN sind? - Antwort: NEIN.

Und wenn die Schornsteinfeger den sinnvollsten Beruf der Welt hätten und nach jahrelangem intensiven Studium die absoluten Fachleute wären, Deutschland bräuchte trotzdem kein SONDER-Gesetz für diesen Berufsstand. Handwerker gehören ins Branchenbuch, aber nicht ins Gesetzbuch.

Überlassen wir es (im Sinne der wirtschaftsliberalen FDP) doch dem MARKT, darüber zu entscheiden, ob ein Waren- oder Dienstleistungsangebot einen preisüberschreitenden Nutzen für den Nachfrager bringt. Wer mag, kann statt selbst zu putzen, ja jederzeit einen Fensterputzer beauftragen. Aber eine gesetzliche Pflicht gibt es natürlich nicht. Jeder, der bei Schnee seinen Abschnitt des Gehwegs nicht selbst kehren will, kann einen Anbieter beauftragen, diese Reinigungsarbeiten auszuführen. Aber eine gesetzliche Pflicht gibt es natürlich nicht. Selbst die Bremsbeläge am Auto darf der Bürger selbst auswechseln, aber den Russ aus dem Schornstein fegen? Das soll plötzlich eine derart anspruchsvolle Tätigkeit sein, dass sie ein SONDER-Gesetz, Kehrbezirke, Feuerstättenbescheide und schlimmstenfalls sogar einen Polizeieinsatz zum ZWANGS-Kehren rechtfertigen soll?

Zusammengefasst:
Handwerker ja gern.
SONDER-Gesetze für Handwerker - NEIN

Nun, 2013 stehen doch wieder WAHLEN an. Es bleibt zu hoffen, dass sich mehr und mehr Bürger vor der Wahlkabine daran erinnern, bei welchen Gelegenheiten sie von unseren Parteien und Politikern belogen, getäuscht oder für dumm verkauft worden sind. Ich muss bekennen, dass ich lange Zeit ein Anhänger der FDP war. Das war jedoch noch zu Zeiten Genschers, als das "F" noch für "Freiheit" stand. Die neue FDP steht jedoch erkennbar nicht mehr für bürgerliche Freiheiten und Liberalität, sondern hat sich zur Interessenvertretung von Wirtschaft und Kapital entwickelt. Während ich bei anderen Parteien zumindest ansatzweise mal überlegen muss, bevor ich mein Kreuzchen in der Wahlkabine mache, flutscht mein Stift mittlerweile zügig über die Zeile der FDP. Warum sollte ich die Lobby meiner Abzocker wählen? Vielleicht denken ja auch noch mehr ehemalige FDP-Wähler so und das Thema dieser Wirtschaftsförderer wird sich zumindest für 4 Jahre auf Bundesebene erledigen.

P.S.
Wenn die FDP doch das hohe Lied der Schornsteinfeger als "Umwelt- und Energieexperte" singt, so wäre es doch vielleicht ein Lösungsansatz, diese "Experten" für die "Energiewende" einzusetzen. Als Kaminputzer sind die Feger doch gewohnt, auf hohe Dächer zu klettern. Könnte man sie daher nicht auch zur Wartung oder Inspektion von Windkraftanlagen in Off-Shore-Windparks einsetzen? Sie könnten dann eine jährliche Flügel-Beschau durch führen. Und für den Rest von Deutschland gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn.
« Letzte Änderung: 01.12.12, 22:20 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Gerd aus Strausberg

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Re: Die halbherzige Entmachtung
« Antwort #2 am: 02.12.12, 19:48 »
Schornsteinfeger können ab 2013 frei gewählt werden, so sagt es das Gesetz. Es gibt jedoch einen Haken, denn man muss sie erst einmal finden und dafür gibt es das Schornsteinfegerregister des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Doch was nützt ein solches Register, wenn dort nur die bisherigen Kehrbezirksbesitzer eingetragen wurden, denn es gibt bisher keinen einzigen freien Schornsteinfeger, der in dieses Register eingetragen wurde!

Genau hier liegt das Problem:

(Zitat aus unterer Quellenangabe)
„Ich habe bereits vor über einem Jahr die Aufnahme bei der Handwerkskammer Passau beantragt, bis jetzt ist nichts geschehen“, klagt ein freier Rauchfangkehrer aus dem Landkreis über die Trägheit. Er befürchtet, dass ihm dadurch etliche Kunden durch die Lappen gehen, weil sie gar nicht wissen können, dass er künftig als freier Kaminkehrer unterwegs ist.

Soll das ein Zufall sein oder hat hier die Schornsteinfegermaffia/Schornsteinfegerinnung kräftig nachgeholfen? Man will natürlich von Seiten der Innung nicht, dass bekannt gemacht wird, das es auch „freie Feger“ gibt. Einerseits ein verständlicher Wunsch, andererseits unverständlich, dass da die Handwerkskammer mitmacht, denn die wollen doch auch Geld kassieren von den freien Fegern und was tun die dafür? Nichts! Vielleicht bezahlen die Kehrbezirksinhaber sogar mit Westgeld, das nimmt man natürlich viel lieber.

Quelle:
http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/deggendorf/regionales/art1147,145382

freieschornsteinfegerwahl

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Re: Die halbherzige Entmachtung
« Antwort #3 am: 02.12.12, 22:18 »
Stimmt nicht ganz  ;D

https://elan1.bafa.bund.de/bafa-portal/sf-suche/showErgebnis?name=j%C3%BCrgen+maier&plz=&ort=

Jürgen Maier aus Österreich mein Chef  ;D

Was die Herren Bezirksschornsteinfeger gerne verschweigen oder nicht anerkennen möchten.

MfG
Roman Heit
Freier Schornsteinfeger aus Überzeugung

rinaldo

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Vergesst das BAFA-Schornsteinfegeregister!!!!
« Antwort #4 am: 03.12.12, 00:09 »
Vor einem Jahr habe ich bei der Suche nach einem freien Schornsteinfeger festgestellt, dass damals ungefähr so viele Schornsteinfeger im Register eingetragen waren wie es Schornsteinfegerbezirke in D gibt (ca. 7810 Eintragungen). Es waren also fast nur die Bezirksinhaber eingetragen. Heute sind 8796 Eintragungen enthalten, also rund 1000 hinzugekommen. Ich glaube jedoch nicht, dass dieser starke Zuwachs durch die freien Schornsteinfeger verursacht wurde, sondern vermute eher, dass er dadurch zustande kommt, weil durch die neue gesetzliche Befristung der Inhaberschaft eines Bezirks auf 7 Jahre jetzt viele Bezirke den Inhaber wechseln und dieser dann in das Register eingetragen wird. Der Name des bisherigen Inhabers bleibt bei diesem Wechsel natürlich im Register stehen. Wir sollten uns also keine allzu großen Hoffnungen machen, dass das Register bald sehr viele „Freie“ enthalten wird.
Ein anderes viel gravierenderes Problem ist die Abfrage nach den freien Schornsteinfegern. Finden kann man die nämlich nicht, denn wie soll man bei einer Abfrage, die nur den Namen, die Postleitzahl und den Ort zulässt einen „Freien“ finden, wenn dann außerdem als Informationen lediglich Firma, Name, Anschrift, Land, Zuständige Handwerkskammer / Behörde angegeben wird. So waren beispielsweise die 29 für den Raum Stuttgart im BAFA-Register eingetragenen Schornsteinfeger bei genauerer Nachforschung über die Innung allesamt Bezirksschornsteinfegermeister.
Dieses Register ist wirklich ein Witz und dient offensichtlich nur der Volksverdummung. Das gleiche gilt für die gesamte Behörde einschließlich ihres Chefs Herrn Dr. Wallraff. Wegen der Mängel des BAFA-Registers habe ich bereits 3 mal versucht schriftlich Kontakt mit dieser Behörde und ihrem Chef aufzunehmen. Leider bisher vergeblich. Auf sämtlichen Anfragen wurde überhaupt nicht reagiert.
Mein Eindruck ist, dass dieses Register wie so vieles in unserem Land eine politische Missgeburt ist und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einfach aufs Auge gedrückt wurde. Dort fühlt sich niemand dafür zuständig. Im Übrigen werden die Eintragungen, die offensichtlich nur von den Handwerkskammern vorgenommen werden können, von niemandem überprüft. Außerdem ist das Register kein Zwangsregister für zugelassene Schornsteinfeger. Alle mir bekannten freien Schornsteinfeger waren bei irgendeiner deutschen Handwerkskammer in der Handwerksrolle eingetragen, jedoch nicht im BAFA-Register

Das von Herrn Heit genannte Beispiel des österreichischen Schornsteinfegermeisters Jürgen Maier zeigt wie wenig aussagekräftig das Register ist, denn aus den beiden Eintragungen kann man nicht erkennen, dass es sich offensichtlich um ein und diesselbe Person handelt und diese als freier Schornsteinfeger arbeitet. Auch Herr Heit, der inzwischen von den Behörden als deutscher Mitarbeiter des Schornsteinfegermeisters Jürgen Maier geduldet wird, ist nicht im BAFA-Register eingetragen. Warum wohl???

rinaldo

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Re: Die halbherzige Entmachtung
« Antwort #5 am: 03.12.12, 19:40 »
Das BAFA-Register hatte nur einen Nutzen: Irgendein IT-Entwickler konnte für die Erstellung der Datenbank eine gute Rechnung schreiben.

Praktisch ist dieses leider völlig überflüssig und nutzlos.
Es hätte völlig ausgereicht, wenn auf dem Vordruck, mit dem die Ausführung der Arbeiten bescheinigt wird, ein Feld vorgesehen wäre, in das der ausführende Betrieb seine Registrieriungsnr. bei der Handwerkskammer einträgt.

Um einen alternativen Anbieter finden zu können, bedarf es keines staatlichen Registers. Wenn 2013 endlich die unsichere Rechtslage mit etwas SchfHwG und einem Rest SchFG ein Ende gefunden haben wird, dürfte es kein Problem mehr sein, Angebote z.B. im Internet zu finden. Und die Schornsteinfeger, die ins Geschäft kommen wollen, werden wohl zusätzlich, Handzettel verteilen, in der Zeitung inserieren oder in den Gelben Seiten auftauchen.

Und wenn ein Bürger sein KFZ zur Meister-Werkstatt bringt, schaut er ja auch nicht zuvor in ein Register, ob der Betrieb eingetragen ist. Wer als "Meister" wirbt, aber kein solcher ist, würde sich zudem des Betrugs schuldig machen. Würde man den Unsinn, den man erfunden hat, um Mitbewerber vom Markt möglichst lange fern halten zu können, auf andere Lebensbereiche übertragen, sollten Sie vor dem Einkauf beim Metzger zunächst nach der Eintragung des Metzger-Meisters in die Handwerksrolle fragen. Und bevor der Arzt die Krankschreibung unterzeichnet, wäre ein Blick in die Zulassung erforderlich. Vielleicht ist es ja ein Hochstapler, der gar nicht berechtigt ist, Bescheinigungen auszustellen?
« Letzte Änderung: 03.12.12, 19:43 von TWMueller »
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Re: Die halbherzige Entmachtung
« Antwort #6 am: 20.04.13, 15:42 »
In Deutschland konnte kein Wettbewerb zwischen Schornsteinfegern, weder den eigenen und schon gar nicht Berufskollegen aus Nachbarländern zustande kommen. Die EU-Kommission hatte bereits 2003 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Das alte Schornsteinfegergesetz verstoße gegen den freien Dienstleistungsverkehr, weil ausländische Schornsteinfeger in Deutschland nicht kehren dürften, lautete die Kritik aus Brüssel. Den Schornsteinfegern gelang es, dank ihrer einflussreichen Lobby, das Verfahren letztendlich zehn Jahre noch bis 2013 hinzuziehen.

Die künstlich errichteten Mauern hielten zuvor allen Angriffen für Liberalisierung, aus allen Richtungen kommend, stand. Immer wieder war es den Lobbyisten der fast 20.000 deutschen Schornsteinfegern durch die „Waffe Brandschutz“ gelungen, erfolgreich uralte Pfründe zu verteidigen, zu erhalten und sogar aufzuwerten und zu erweitern. Durch das Vertragsverletzungsverfahren wurde sehr langsam die Wende zum Schrecken aller Schornsteinfeger eingeleitet. Schornsteinfeger, die Berufsgruppe, die in allen Ländern Europa langsam aber sicher ausstirbt, so wie einst die Hufschmiede, die Scherenschleifer, die Henker und die Besenbinder, wurde hierzulande gehätschelt und getätschelt. Nur durch mafiaartige Strukturen der Schornsteinfeger konnte das so in dieser auswuchernden Form erhalten bleiben.

In Deutschland kam man nunmehr nicht umhin, die Niederlassungsfreiheit trotz des enormen Widerstandes der Fegermafia, auch hier vorsichtig und behutsam auszurufen, allerdings mit diversen Fußfesseln und Bremsen. Heizungstechnikern ist es nach wie vor per Gesetz untersagt, bestimmte Dienstleistungen, die bisher den Schornsteinfegern vorbehalten waren, frei anzubieten. So darf die Messung an Gas- und Ölheizungen nur der Betriebsinhaber der Heizungsfirma durchführen, nachdem er einen langen und kostenträchtigen Lehrgang über sich ergehen lassen musste.

Diese gesetzlich verordnete Schonzeit für die Schornsteinfeger bis 2013 ist eine von vielen Gesetzeshaken im Sinne der Lobbyisten, die die Schornsteinfeger vor jeglichem Wettbewerb schützen sollen. Nach 2013 sollen die Kehrbezirke für jeweils sieben Jahre neu ausgeschrieben werden. Wer denkt, nun tritt totaler Wettbewerb ein, der irrt, denn die bisherigen Bezirksinhaber haben auch weiterhin das Sagen, jetzt allerdings mit neuem Namen als sogenannte Bezirksbevollmächtigte. Allerdings mutierte das neue Gesetz zu einem riesigen Bürokratiemonster.

Der Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümer empörte sich über die weiterhin erhobenen Schornsteinfegergebühren, die kaum nachvollziehbar sind, denn es entstehen Stundeneinnahmen von mehreren hundert Euro für die Schornsteinfeger, vom Gesetzgeber verordnet und ohne Möglichkeiten der Gegenwehr bis 2013 durch den von den Schornsteinfegern auszuplündernden Bürgern, den Fegeropfern. Die Preise, so verkünden es die Feger, sollen beibehalten bzw. noch gesteigert werden – Dank fehlender Konkurrenz.

Die Bürger müssen die unsinnigen „Feuerstättenschauen“, die die Taschen der Feger füllen sollen, über sich ergehen lassen. Feuerstättenbescheide, ein neu kreiertes Wort, sollen den Fegern ihre eigenen Arbeiten aufzeigen und natürlich wieder unverschämt in die Taschen der Bürger greifen.