Autor Thema: Mängelmitteilung nach Feuerstättenschau; Abrechnung  (Gelesen 12261 mal)

Ginger

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Wir hatten in der letzten Zeit großen Ärger mit unserem Schorni, weil er den neuen Kachelgrundofen anstandslos abgenommen hat, obwohl der Ofen nicht betriebs- und brandsicher war. Beim Betrieb des Ofens verzog sich aufgrund der Hitzeeinwirkung die danebenliegende hölzerne Türzarge und bog sich in der Mitte um ca. 2 cm durch. Als wir ihm das mitteilten, sagte er nur, er könne da nichts machen, aber wenn wir Fragen hätten, könnten wir uns an die Techniker der Schornsteinfeger-Innung wenden.

Klar, er hat null Ahnung von einem Grundofen und hat sich deswegen an die Sache nicht herangetraut, aber den Ofen nicht einmal anzuschauen und alles auf sich beruhen zu lassen, finde ich nicht gerade vertrauenserweckend. Wir haben dann vorsichtshalber den Ofen nicht mehr beheizt. Jetzt hat ein gerichtlicher Sachverständiger festgestellt, dass der Ofen erhebliche Sicherheitsmängel (zu geringe Dämmstärken, fehlender Gasschlitz u.a.) hat.

Als ich dem Schorni sagte, er habe mich vollständig im Stich gelassen (das Haus hätte abgefackelt werden können, wenn wir den Ofen weiterbetrieben hätten), wurde er pampig und versucht seit dieser Zeit, mich zu schikanieren. Er beanstandet Dinge, die er vor Jahren noch nicht beanstandete, z.B. Gegenstände in der Nähe des Rohres des Ölbrenners, die immer dort standen; die Rußzahl des Ölbrenners, obwohl der Ölkessel regelmäßig von einem Fachbetrieb gewartet wird und auch unmittelbar vor der Feuerstättenschau gewartet wurde (Reinigung von Brennerkammer und Brenner, neue Brennerdüse, neuer Ölfilter). Der Fachbetrieb stellte keine überhöhte Rußzahl fest.

Unser Schorni, der zwar die Umwelt, aber nicht die Menschen schützt, stellte jetzt 2 Rechnungen aus. In der einen rechnet er die Abgaswegeüberprüfung mit 32,30 AW = 34,88 EUR zzgl. MWSt = 41,51 EUR ab. Für dieselbe Tätigkeit hatte er aber in den Jahren 2011 und 2012 nur je 13,80 AW und im Jahr 2013 nur 22,00 AW angesetzt.

Die zweite Rechnung sieht so aus:

Grundwert je Gebäude ......................................... AW: 11,70
Feuerstättenschau von Abgasanlagen 12m ......... AW: 12,00
Zuschlag je Feuerstätte .......................................  AW:  6,00
Ausstellung eines Bescheides .............................. AW: 10.00
Summe AW .................................................................. 39,70
1 AW = 1,05 EUR
Gesamtbetrag netto ............................................. EUR 41,69
+ 19,00 % MWST .................................................. EUR   7,92
Rechnungsbetrag ................................................. EUR 49,61

Kann mir bitte jemand sagen, ob das so in Ordnung ist? Ich bin jetzt schon ganz misstrauisch geworden.


Datko

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Wir hatten in der letzten Zeit großen Ärger mit unserem Schorni, weil er den neuen Kachelgrundofen anstandslos abgenommen hat, obwohl der Ofen nicht betriebs- und brandsicher war. Beim Betrieb des Ofens verzog sich aufgrund der Hitzeeinwirkung die danebenliegende hölzerne Türzarge und bog sich in der Mitte um ca. 2 cm durch. Als wir ihm das mitteilten, sagte er nur, er könne da nichts machen, aber wenn wir Fragen hätten, könnten wir uns an die Techniker der Schornsteinfeger-Innung wenden.

Klar, er hat null Ahnung von einem Grundofen und hat sich deswegen an die Sache nicht herangetraut, aber den Ofen nicht einmal anzuschauen und alles auf sich beruhen zu lassen, finde ich nicht gerade vertrauenserweckend. Wir haben dann vorsichtshalber den Ofen nicht mehr beheizt. Jetzt hat ein gerichtlicher Sachverständiger festgestellt, dass der Ofen erhebliche Sicherheitsmängel (zu geringe Dämmstärken, fehlender Gasschlitz u.a.) hat.


-- Können Sie bitte ein Foto, mit der Türzarge und dem Ofen unter
dem Textfeld integrieren: Link Anhänge und andere Optionen
eventuell mit einem Metermaß, damit man die genaue Entfernung sieht.

-- Was sagt den die Firma, die den Ofen aufgestellt hat, zu dem Problem mit der Türzarge und den im Gutachten aufgeführten Mängeln?
-- Können Sie bitte eine Kopie von der erfolgten "Abnahme" des Ofens durch den Bezirksschornsteinfeger als Foto integrieren.

Mit dem Bezirksschornsteinfeger würde ich an Ihrer Stelle nur schriftlich verkehren. Nur das, was Sie schriftlich haben, kann von Dritten überprüft werden.
« Letzte Änderung: 13.11.14, 09:22 von Datko »
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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gingerrogers

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Hallo,

der eine Teil des Ofens steht in der Diele, der andere im Wohnzimmer.

Der Heizgaszug führt durch die Tragwand, und zwar ganz nah an der Türzarge. Auf der anderen Seite des Heizgaszuges befindet sich der Schornstein. Zwischen Türzarge und Schornstein ist nur ein Abstand von ca. 50 cm. Dort hatte der Ofenbauer für die Mauerdurchführung des Heizgaszuges ein Loch mit einer Breite von ca. 40 cm gestemmt (20 cm Heizgaszugquerschnitt + 2x3cm Zugwandung + 2x6cm Dämmung = 38 cm). Direkt an der Türzarge ist nur ein Mauerstreifen von ca. 10 cm Breite stehengeblieben.

Der Türsturz hat also praktisch kein Auflager mehr, da der Mauerrest ziemlich fragil (altes Haus mit Sandmörtel gebaut) und zerrüttet (durch manuelles Aufstemmen der Wand) ist.

Der Ofenbauer hat die vom Sachverständigen festgestellten Hauptmängel (Statik, zu geringe Dämmstärke und fehlender Gasschlitz) nicht bestritten. Aber die Statik- und Brandschutzmängel können nach Ansicht des Sachverständigen nicht behoben werden, weil zwischen dem Schornstein und der Tür zu wenig Platz für den Heizgaszug nebst erforderlicher Dämmstärke ist. Und die Tür können wir nicht versetzen. Deswegen bin ich jetzt vom Vertrag zurückgetreten und muss nun den Ofenbauer auf Rückerstattung des Werklohnes verklagen.

Die Abnahme des Ofens wurde durch eine falsch datierte Bescheinigung über die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage dokumentiert. Dieser Bescheinigung sind 2 Anlagen beigefügt (Abnahmeprotokoll Abgasanlage und Beschreibung der neu errichteten Feuerstätte).

Der Schorni wollte bei der Abnahme nur die Technische Dokumentation des Ofens sehen. Alle anderen Unterlagen (Ofengrundriss, Ofenberechnung, Schornsteinfunktionsnachweis usw.) haben ihn nicht interessiert. Auch nach dem Auftreten der massiven Brandschutzprobleme hat er es abgelehnt, die Brandschutzfrage zu prüfen.

Ginger

Jörgen

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Wenn ein neuer Ofen/Kessel etc vom Hausbesizter  aufgestellt werden möchte, muß doch vorher der Schorni gefragt werden. Er kommt dann vor Ort und sieht sich den Standort an,  der nötige Schornstein Zug der auf zustellenden Feuerstelle entsprechend laut Datenblatt usw.  vorhanden sein.
Das bekommt der Hausherr schriftlich und dann erst kann er eine Bestellung oder Kauf des Ofens auslösen.
Wenn der Schorni dies nicht getan hat ja wer ist dann  für diesen Schaden haftpflichtig. Der Ofensetzer hätte es wissen können/müssen das das nicht gut geht. 
Ich würde als ersten doch an die Schorni Innung herantreten, vorausgesetzt Du hast den Schorni um die Erlaubnis zum aufstellen des Ofen gefragt. Wenn dies der Fall ist hat er schlechte Karten.

Wenn er sich jetzt aus Rache irgendwelche Spitzfindigkeiten bei Dir ausdenkt würde ich auch an die Innung herantreten aber wie auch schon geschrieben nur schriftlich. Wenn Du beweisen kannst das das was er jetzt entdeckt schon immer so war würde ich dies auch schriftlich erwähnen und es als Schikane betrachten. Sollten es aber doch Mängel sein, kann man wieder behaupten er hat bei Dir seine Arbeit nicht richtig ausgeführt....

Mit dieser Zunft hat man hier in Deutschland  nur Ärger. Möchte mal wissen wie die sich seit Ihrer Machterhebung in der Nazizeit in den einzelnen Epochen dem Bürger gegenüber verhalten haben. Ich habe diese Zunft als kleiner Junge schon beobachtet und habe auch die Gespräche mit Hausbesitzern zugehört ein freundlcihes Verhältnis. In der DDR selber Hausbesitzer auch freundlich nach  der Wende ein paar Jahre auch noch freundlich. Aber die letzten fünf Jahre fing diese Zunft an überall was rum zu meckern und die Preise zu erhöhen. Sie erfinden Feuerschau in jeden Raum reinschnüffeln,
sie wollen nach dem kehren unten am Kessel in das Abzugsrohr reinsehen ob da noch Asche Krümel sind. Ich habe schon gehört das sie mit einem Baumarkt Feuchtemesser kamen und haben das gelagerte Holz  untersucht. Natürlich lassen sie sich alles bezahlen.
Nur das was sie wirklich machen sollten wie in diesem Fall hier ist er blind oder fachlich .................
MfG Jörgen
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gingerrogers

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Danke für die Antwort.

Ja, die Feuchte des gelagerten Holzes hat er bei uns auch gemessen (siehe Anhang) und in Rechnung gestellt.

Es geht mir eigentlich nicht um die Haftungsfrage, da muss und werde ich mich natürlich an den Ofenbauer halten. Er hat gegen die Fachregeln des Ofenbauerhandwerks (TR-OL) und gegen zwingende Bauvorschriften verstoßen.

Ich habe jetzt an den Schorni ganz sachlich, aber unmissverständlich geschrieben und eine Abschrift an die Bauaufsichtsbehörde geschickt.

Es ist mir nur aufgefallen, dass der Schorni in der Rechnung für die Abgaswegeprüfung (nichthoheitliche Tätigkeit) jetzt 32,3 AW ansetzt. Im Jahr 2013 waren das noch 22,00 AW, die Jahre davor (2011 und 2012) nur 13,80 AW.

Ist das o.k.?

Datko

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Es geht mir eigentlich nicht um die Haftungsfrage, da muss und werde ich mich natürlich an den Ofenbauer halten. Er hat gegen die Fachregeln des Ofenbauerhandwerks (TR-OL) und gegen zwingende Bauvorschriften verstoßen.

Ich habe jetzt an den Schorni ganz sachlich, aber unmissverständlich geschrieben und eine Abschrift an die Bauaufsichtsbehörde geschickt.

Es ist mir nur aufgefallen, dass der Schorni in der Rechnung für die Abgaswegeprüfung (nichthoheitliche Tätigkeit) jetzt 32,3 AW ansetzt. Im Jahr 2013 waren das noch 22,00 AW, die Jahre davor (2011 und 2012) nur 13,80 AW.

Ist das o.k.?

Danke, es sieht gut aus!

- Es bleibt dann auch noch de Frage, ob Sie das Geld für die "Abnahme" vom Bezirksschornsteinfeger zurück verlangen können und ob nicht doch etwas Haftung an ihm hängen bleibt. Über Haftungsfragen kann man sich sicherlich in Rechtsforen informieren.

- Das mit den AW könnte ein Eigentor des Schornsteinfegers sein. Normalerweise ist es die von Schornsteinfegern gerne benutzte Abkürzung für Arbeitswert. Da würde es sich auch lohnen, mit einem extra Brief beim Bezirksschornsteinfeger nachzufragen was AW bei ihm bedeutet (falls es nicht auf der Rechnung steht) und warum die Zahl der AW im Laufe der Jahre so massiv gestiegen ist.
« Letzte Änderung: 15.11.14, 19:18 von Datko »
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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gingerrogers

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@ Datko

Ich habe bereits an den Schornsteinfeger geschrieben und gefragt, warum die Arbeitswerte für die Abgaswegeüberprüfung seit 2012 auf mehr als das Doppelte gestiegen sind. Habe noch keine Antwort bekommen.

Ich habe erst jetzt in Ihrem Forum gelesen, dass die Abgaswegeüberprüfung seit dem 01.01.2013 eine freie Handwerkstätigkeit und nicht mehr preisgebunden ist. Und weil ich das nicht wusste, habe ich auch nicht mit dem Schornsteinfeger über den Preis dieser Tätigkeit gesprochen oder verhandelt. Aber der Schornsteinfeger wusste ja, dass er nicht an einen Preis gebunden war, und hat halt einfach mehr als das Doppelte verlangt. Man kann's ja mal probieren. 

Das Geld für die mangelhafte Abnahme will ich nicht zurückverlangen. Das ist mir die Sache nicht wert. Allerdings werde ich mich in Zukunft besser informieren, damit der Schornsteinfeger mit mir nicht weiterhin einfach machen kann, was er will. Danke für Ihre Hilfe.

gingerrogers

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@ HR

Ich wollte im Forum nicht die Sache mit dem Grundofen zur Diskussion stellen, sondern nur die Rechnungen für die Tätigkeit des Schornsteinfegers überprüfen lassen.

Die Sache mit dem Kachelofen habe ich nur als Vorgeschichte erwähnt, weil ich seit einiger Zeit den Eindruck habe, dass der Schorni versucht, mich zu schikanieren. Seit ich ihm gesagt habe, das er mich mit dem Kachelofen völlig im Stich gelassen hat und dass das Haus hätte abgefackelt werden können, wenn wir einfach weitergeheizt hätten, ist er eingeschnappt und beanstandet laufend Dinge, die ihn vorher nie gestört hatten.

Aber nun zu Deinen Fragen:

Der Kamin auf der rechten Seite ist alt. Die Schüre ist im Flur, der Rauchgaszug wurde unterhalb des Türsturzes in das Wohnzimmer gezogen. Der Ofen wurde nicht in die Tragwand gesetzt, nur der Zug geht durch die Tragwand. Der Zug ist nur einschichtig (mit einer Wandstärke von 3 cm) gemauert; die Heizgase haben in diesem Teil des Zuges eine Temperatur von mehr als 400° C.

Der Türrahmen wird direkt vom Zug erhitzt. Die Türzarge hat sich nicht nur ein bisschen verzogen, sondern richtig in der Mitte um ca. 2 cm durchgewölbt. Es sah ziemlich abenteuerlich aus, so als ob der senkrechte Teil der Zarge gleich abbrechen würde.

Bezüglich der erforderlichen Dämmstärke muss ich Dir leider widersprechen. 6 cm Dämmung würden - wenn überhaupt - nur dann ausreichen, wenn keine brennbaren Bauteile in der Nähe wären. Es ist aber nicht nur die hölzerne Türzarge in der Nähe, sondern in die Tragwand sind auch Kanthölzer eingemauert, an denen die Türzarge mit langen Holzschrauben befestigt ist. Diese Kanthölzer reichen praktisch bis an den Heizzug heran.

Unter diesen Umständen ist bei unserem Grundofen (Feuerungsleistung ca. 100 kW), der mehrmals am Tag beheizt und während der Heizperiode nie kalt wird, eine Dämmung von 6 cm völlig unzureichend. Eine Dämmung kann den Wärmedurchgang sowieso nur verzögern, nicht verhindern. Wenn es wegen der dauernden Wärmeabgabe eines Grundofens nicht zu einer ausreichenden Phasenverschiebung kommen kann, wird die Dämmung nach einer gewissen Zeit sogar völlig überwunden.

Schon allein am Schadensbild konnte jeder Laie erkennen, dass die Türzarge übermäßig erhitzt worden war. Nur unser Schornsteinfeger, der gesetzlich bestellte Brandschutz-Fachmann, wollte sich mit der Frage des Brandschutzes nicht befassen. Er weigerte sich sogar, die vorhandenen Unterlagen (Ofengrundriss mit eingezeichnetem Heizgaszug und Dämmung, Ofenberechnung, Fotos vom Aufbau des Ofens u.a.) anzuschauen. Dabei hatte ich ihn extra darauf aufmerksam gemacht, dass die Türzarge an Kanthölzern befestigt ist, die in die Wand eingemauert sind und bis an den Heizgaszug heranreichen.

Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass der Schorni mit diesem Verhalten seine Pflichten verletzt und unser Leben aufs Spiel gesetzt hat. Nach dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz ist es die Aufgabe eines bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers, die Betriebs- und Brandsicherheit von Feuerungsanlagen nicht nur bei der Feuerstättenschau, sondern auch anlassbezogen zu überprüfen und sicherzustellen.

Ich möchte die übrigen Forumsteilnehmer nicht länger mit den technischen Einzelheiten eines Grundofens langweilen. Wenn Du einverstanden bist, soll es deswegen mit der Ofenangelegenheit jetzt genug sein.

Datko

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Ich habe bereits an den Schornsteinfeger geschrieben und gefragt, warum die Arbeitswerte für die Abgaswegeüberprüfung seit 2012 auf mehr als das Doppelte gestiegen sind. Habe noch keine Antwort bekommen.

Ich habe erst jetzt in Ihrem Forum gelesen, dass die Abgaswegeüberprüfung seit dem 01.01.2013 eine freie Handwerkstätigkeit und nicht mehr preisgebunden ist. Und weil ich das nicht wusste, habe ich auch nicht mit dem Schornsteinfeger über den Preis dieser Tätigkeit gesprochen oder verhandelt. Aber der Schornsteinfeger wusste ja, dass er nicht an einen Preis gebunden war, und hat halt einfach mehr als das Doppelte verlangt. Man kann's ja mal probieren. 

Das Geld für die mangelhafte Abnahme will ich nicht zurückverlangen. Das ist mir die Sache nicht wert. Allerdings werde ich mich in Zukunft besser informieren, damit der Schornsteinfeger mit mir nicht weiterhin einfach machen kann, was er will. Danke für Ihre Hilfe.

Falls der Bezirksschornsteinfeger nicht darauf antwortet, sollte man die Aufsichtsbehörde bitten, das abzuklären. Gerade durch die Angabe von Arbeitswerten kann er ein Eigentor geschossen haben. Mit der Angabe von Arbeiteistwerten wird eventuell eine Behauptung über die Dauer der "Arbeiten" aufgestellt.

Solange wir nicht bereit sind, die Bezirksschornsteinfeger unter Druck zu setzen, werden sie uns auf der Nase rumtanzen. Solange der Fall nicht "amtlich" wird, haben wir nichts davon, das System macht auf unsere Kosten fröhlich weiter und wird noch ausgebaut.
Joachim Datko - Ingenieur, Physiker
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Falls der Bezirksschornsteinfeger nicht darauf antwortet, sollte man die Aufsichtsbehörde bitten, das abzuklären. Gerade durch die Angabe von Arbeitswerten kann er ein Eigentor geschossen haben.

Das mit den Eigentoren ist so eine Sache. Es handelt sich um eine freie Handwerkerleistung, da darf sich die Aufsichtsbehörde so wenig einmischen wie in den Bierpreis der Eckkneipe. Wer keinen Auftrag erteilt hat bzw. wem die Preise nebst der Preissteigerung nicht bekannt gegeben wurden, der reduziert die Rechnung und versucht das nächste Mal einen anderen Handwerker zu beauftragen.

Einzig und allein das falsche brandschutztechnische Verhalten ist hier aufsichtsrelevant.
Wegen dem hier vorherrschenden Meinungsmonopol des Admins bin ich kaum noch aktiv. Anzutreffen auf:
http://www.carookee.com/forum/sfr-reform Dort sind auch die abgewanderten Experten anzutreffen.

gingerrogers

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Vielen Dank für Eure Beiträge. Jetzt weiß ich zumindest, worauf ich bei den Rechnungen achten muss.

Könnt Ihr mir bitte noch etwas zum Feuerstättenbescheid sagen? Dort steht:

1. Überprüfungsarbeiten Abgasanlage Öl
2. Abgaswegeüberprüfung flüssige Brennstoffe
3. Emissionsmessung flüssige Brennstoffe

Kann mir jemand mit kurzen Worten sagen,

- was an der Abgasanlage überprüft wird
- was an den Abgaswegen überprüft wird
- ob "Abgasmessung" gleichbedeutend mit "Emissionsmessung" ist

Der Schorni hat jetzt zum ersten Mal eine überhöhte Rußzahl festgestellt.

Bei welcher Tätigkeit wird die Rußzahl festgestellt? Bei der Überprüfung der Abgasanlage (jährlich) oder bei der Emissionsmessung (alle zwei Jahre) oder bei der Feuerstättenschau (alle drei Jahre)?

In der Bescheinigung vom 30.10.2014 wurde ein falsches Messdatum angegeben. Muss ich die Messung dann überhaupt gelten lassen?

Die Messwerte könnten von einer fremden Anlage stammen. In der Bescheinigung vom 30.10.2014 wird nämlich auch die Verbrennungslufttemperatur (19° C) falsch angegeben. In unserem Heizraum steigt die Lufttemperatur nie über 16° C, weder im Sommer noch im Winter. Zur Zeit beträgt sie 15,5° C.

gingerrogers

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Na, Du scheinst Dich ja mit Kachelöfen einigermaßen auszukennen, was man nicht so häufig trifft.

Aber hier geht es nicht um den Kachelofen und den Kachelofenbauer; das ist eine andere Baustelle. Es geht auch nicht um das gravierende Fehlverhalten des Schornis, den wir nach dem Auftreten der Brandschutzmängel extra zu Rate gezogen hatten. Diese Vorgeschichte habe ich nur erwähnt, um den Hintergrund zu beleuchten.

Nein, der Schornsteinfeger ist nicht der Sündenbock, der für die Fehler anderer verantwortlich gemacht wird, sondern er hat seine eigenen Fehler gemacht. Er hat seine Pflichten grob vernachlässigt, indem er uns in dieser gefährlichen Situation in Sicherheit gewiegt hat, anstatt den Ofen stillzulegen oder uns wenigstens auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Dieses Verhalten hätte uns das Leben kosten können. Da gibt es nichts zu beschönigen.

Aber eine Haftung des Schornis kann man daraus natürlich nicht ableiten, da durch sein Verhalten kein weiterer Schaden entstanden ist. Wir haben uns ja Gott sei Dank selbst entschlossen, den Ofen nicht mehr weiterzubetreiben. Nur drängt sich dabei die Frage auf: Wozu brauche ich dann einen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger?

Seit ich dem Schorni gesagt habe, dass wir wegen der Sache mit dem Ofen kein Vertrauen mehr zu ihm haben, hat er bei jedem Besuch etwas auszusetzen und versucht immer, seine Macht auszuspielen.

Ich habe aber keine Lust mehr, ihm alles durchgehen zu lassen, sondern wollte mit Eurer Hilfe herausfinden, inwieweit er sich korrekt verhält und inwieweit nicht. Zu meinen Fragen im letzten Beitrag hast Du leider nichts mehr gesagt, sondern Dich nur mit dem Thema Kachelofen beschäftigt. Aber trotzdem vielen Dank für Dein Mitdenken.
 
Zu Deiner Idee mit der Schiebetür: Du scheinst ein ja ein echter Praktiker zu sein. Aber nein, wir hatten nicht vor, die alten Türen herausreißen zu lassen bzw. das Haus umzubauen. Wir wollten nur einen Kachelofen setzen lassen, nicht mehr und nicht weniger.

Ja, 100 kW sind richtig, aber nicht Nennleistung, sondern Feuerungsleistung. Das sind etwa 24 kg Holzauflage pro Abbrand.

So, jetzt ist aber genug geschrieben. Schlaft alle gut und träumt was Schönes.

Datko

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Aber eine Haftung des Schornis kann man daraus natürlich nicht ableiten, da durch sein Verhalten kein weiterer Schaden entstanden ist. Wir haben uns ja Gott sei Dank selbst entschlossen, den Ofen nicht mehr weiterzubetreiben. Nur drängt sich dabei die Frage auf: Wozu brauche ich dann einen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger?

Seit ich dem Schorni gesagt habe, dass wir wegen der Sache mit dem Ofen kein Vertrauen mehr zu ihm haben, hat er bei jedem Besuch etwas auszusetzen und versucht immer, seine Macht auszuspielen.

Ich habe aber keine Lust mehr, ihm alles durchgehen zu lassen, sondern wollte mit Eurer Hilfe herausfinden, inwieweit er sich korrekt verhält und inwieweit nicht.

Bezirksschornsteinfeger wurden in der Nazizeit auf Wunsch der Schornsteinfeger deutschlandweit gesetzlich eingeführt. Ich brauche keinen Bezirksschornsteinfeger und auch keine Schornsteinfeger, da ich eine Erdgasheizung habe, trotzdem werde ich von Schornsteinfegern ausgebeutet.

Gegen Machtmissbrauch hilft nur Kontrolle. Zuerst sollten Sie die Aufsichtsbehörde über die Abnahme schriftlich informieren und nachfragen, ob der Bezirksschornsteinfeger einen Fehler gemacht hat. Falls er einen Fehler gemacht hat, sollte die Behörde darüber informiert sein, er wäre ja dann nicht zuverlässig. Es bleibt natürlich Ihre Entscheidung!

Der Bezirksschornsteinfeger hat viel zu verlieren, seine Reputation bei der Behörde. Solange der Bürger schweigt, kann die Behörde nicht reagieren.


P.S. Sie brauchen keinem Gott danken, es gibt keine Götter!
« Letzte Änderung: 18.11.14, 19:36 von Datko »
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