Autor Thema: Frage zur Feuerstättenschau / Hinterfragung  (Gelesen 4167 mal)

Sinnfrager

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Hallo liebe Forumsmitglieder!

Ich habe heute eine Benachrichtigung in meinem Postkasten vorgefunden, dass morgen eine Feuerstättenumschau stattfinden soll - mit dem Hinweis, dass ich rechtzeitig Bescheid geben soll, wenn ich den Termin nicht einhalten kann. Das an sich finde ich schon sehr widersprüchlich bzw. irgendwie auch frech, bei einer Vorankündigung mit Eintagesfrist so etwas zu verlangen.

Daraufhin entschloss ich mich den Begriff mal ein wenig zu hinterfragen, weil er mir nicht so geläufig war und bin so in diesem Forum gelandet:

Ich verstehe nicht so ganz, was jetzt im Grunde geprüft werden soll und welchen Sinn das macht:

Ich habe ein Brennwertgerät neuerer Bauart welches somit routinemäßig alle 2 Jahre geprüft wird. Die letzte Überprüfung war im Herbst vergangenen Jahres. Ein Kamin / Ofen oder Ähnliches ist nicht vorhanden.

Was soll jetzt bitte noch geprüft werden? Etwaige Fehler am / im Gerät sollten doch wenn bei der normalen Prüfung auffallen oder?

Und solange ich keine baulichen Veränderungen durchführe oder eine neue Feuerstätte installiere gibt es doch nichts Neues / Anderes zu prüfen.

Bitte Euch mir das mal zu erklären.

Vielen Dank und liebe Grüße

Markus

TWMueller

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Re: Frage zur Feuerstättenschau / Hinterfragung
« Antwort #1 am: 04.09.12, 22:27 »
Also zunächst zur Terminankündigung. In § 3 (1) KÜO ist vorgeschrieben, dass der Bezirksschornsteinfeger den Termin einer Feuerstättenschau SPÄTESTENS FÜNF WERKTAGE VOR DER DURCHFÜHRUNG ANZUKÜNDIGEN hat.

Man sollte davon ausgehen, dass dem Bezirksschornsteinfeger eine KÜO vorliegt. Sonst könnte er weder
Fristen für einen Feuerstättenbescheid ermitteln (Anlage 1),
noch vordnungskonform abrechnen (Anlage 3).

Nach NEUEM Recht (SchfHwG) könnte man die FEUERSTÄTTENSCHAU auch umschreiben: "Nachschauen, was es für Feuerstätten gibt."

Die Feuerstättenschau ist dann die Grundlage, den Feuerstättenbescheid zu erlassen. Dieser bestimmt als Verwaltungsakt, welche Arbeiten der Eigentümer innerhalb welcher Fristen IN AUFTRAG geben muss.

Würde man die FEUERSTÄTTENSCHAU jedoch (was Auslegungssache des Gesetzes sein könnte) auch als ZUSÄTZLICHE Sicherheits-KONTROLLE verstehen, würde es konkreter gesetzlicher Angaben bedürfen, welche GENAUEN Kontrollen hier ZUSÄTZLICH zu den ja bereits im Feuerstättenbescheid vorgeschriebenen Arbeiten gemacht werden sollen.

Bislang war das noch kein besonderes Thema, da der Bezirksschornsteinfeger (praktisch als Monopolist) ja bis Ende 2012 auch fürs Kehren und Prüfen zuständig war. Für den Bürger war somit praktisch nicht erkenn- oder unterscheidbar, welcher Blick des Schornsteinfegers denn nun "Abgswegeüberprüfung" und welcher (andere) Seitenblick dann plötzlich "Feuerstättenschau" sein sollte.

Da ab 2013 jedoch auch andere Schornsteinfeger kehren und prüfen dürfen, wird es dann wohl ein Thema werden. Zu Recht wird dann mancher nur den Kopf schütteln, wenn z.B. der Schornsteinfeger-Meister Schmidt im Juni zum kehren und prüfen kommt und sich dann im Juli der bevollmächtigte Bezirks-Schornsteinfeger Maier zur Feuerstättenschau ankündigt.

Ob da wohl die nächsten Verwaltungsgerichtsprozesse schon vorprogrammiert sind?
« Letzte Änderung: 04.09.12, 22:30 von TWMueller »
Thomas W. Müller
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Sinnfrager

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Re: Frage zur Feuerstättenschau / Hinterfragung
« Antwort #2 am: 05.09.12, 00:14 »
Vielen Dank für die schnelle und informative Antwort.

So einen Mumpiz hatte ich irgendwie schon geahnt...