Autor Thema: Reaktionen LRA Behörde Probleme m. Bezirksschornsteinfeger emotionsfr. auflisten  (Gelesen 3927 mal)

HPB

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Hallo an die Forenteilnehmer!

Hier die Eckpunkte einer Story, wie sie uns widerfahren sind und so überall vorkommen können.

Mein Schwiegervater war ca. 25 Jahre Bezirkskaminkehrermeister und so wie ich das beurteilen kann, hat er stets die Kirche im Dorf gelassen. 1990 ging er in Ruhestand. Ich habe im Grundsatz nichts gegen den Berufsstand, als Ing. hinterfrage ich allerdings Dinge.

Wir bauten 1992/93 auf Basis der seinerzeit gültigen Verordnungen (Stand 1989) entsprechend mustergültig. Unser Haus hat eine 24 kw Gasheizung und einen 9 kW Wodtke-Kaminofen, der seit Inbetriebnahme 1993 gerade 3 bis 4 Ster Holz verbrannt hat. Eine Besonderheit ist der Wohn-Ess-Küchen-Bereich, er ist ein Raum mit insgesamt ca. 600 m³ Volumen und das Haus verfügt über annähernd 100 m² Fensterfläche und eine ca. 350 cm² (Dauer)Belüftung im Bereich der Glasfassade. Die Abnahme erfolgte seinerzeit vom Nachfolger meines Schwiegervaters.

Die nachfolgenden Meister überstanden bis auf den ersten - der wechselte den Bezirk aus eigenem Antrieb - alle die 2-Jahres-Frist nicht und der Anfang 2013 scheidende hatte zu seinem Amtsantritt zwei Jahre zuvor ein merkwürdiges Gebaren. Er behauptete die Zuluft für die Gasheizung im Keller wäre zu gering (tatsächlich hatte sie den doppelten Querschnitt als erforderlich), dass das Typenschild der Fissman Heizung fehlen würde, der im getrennten Kellerraum (Feuerschutztür dawischen) aufgestellte Trockner wäre nicht zulässig und der Kaminofen hätte ein zu kleines Blech, darüberhinaus wäre ein Holzbalken im Feuerscheinbereich feuergefährlich. Zudem unterstellte er mir Begünstigung durch meinen Schwiegervater, was der eigentliche Hammer war.

Es ging über das LRA zur Reg. v. OBB und endete mit einem Innungsgutachten. Das wenig überraschende Ergebnis: Zuluftquerschnitt ausreichend, das Typenschild ist (üblicherweise) oben auf der Heizung, der Trockner stört nicht, der Kaminofen entspricht den Vorschriften von 1989 und genießt ohnehin Bestandsschutz. Letzteres insbesondere, weil die verlangte feuerfeste Unterlage nicht nur 49 cm (wie von der Ofenunterkante gemessen) sondern 54 cm zur Feuerstelle beträgt. Seinerzeit hat die Vorschrift eine "ausreichende" Größe verlangt, Wodtke hat ca. 50 cm von der Feuerstelle empfohlen, was heute normal ist. Der Feuerschein wurde als unerheblich erachtet. Ich erteilte dem Meister wegen der Begünstigungsunterstellung Hausverbot und habe ihn nie mehr gesehen.

Am 1.7.2013 meldete sich sein Nachfolger. Ein großspurig auftretender Jungmeister, der vom Vorgänger die Unterlagen über den Zwist offensichtlich übertragen bekam. Der nölte dann entsprechend rum bis ich im erklärte, dass er sich gerne gegen die bestehenden Gutachten wenden kann, das wäre dann (s)ein excellenter Einstand.

Seine Beanstandungsliste war dann die Frischluftzufuhr der Gasheizung (offensichtlich kann auch er die Grundrechnungsarten beim Rohrquerschnitt nicht), die Größe des Kaminofenblechs, ich erklärte ihm noch, dass er nicht falsch messen sollte. Völlig überraschend war dann im Mängelbericht die Raumluftentnahme des normalen Dunstabzugs in der Küche aufgeführt. Davon war zuvor kein Wort die Rede, ausgenommen, dass hier kein Handlungsbedarf bestünde. Er ignorierte meinen erinnernden Einwand und es kam zu einem entsprechenden Bescheid durch das LRA, die solche Dinge ungeprüft übernehmen. Das alte Aktenzeichen und meine übersandte Korrespondenz führten dann dazu, dass ihm das LRA die Luft aus den Segeln genommen hat und ihn informierte, dass wir jetzt "fremd kehren" lassen. Dies erledigte auch eine anderer Meister, der seit 2 Jahrzehnten sein Business solide macht und dessen Bezirk am Nachbargrundstück endet.

Natürlich habe ich das Formblatt für die erfolgte Kehrung am gleichen Tag an den sog. "Bevollmächtigten" gesandt, als ich es bekam.  Heute kam vom LRA die Beschwerde, dass ich nicht kehren lassen würde, mit dem ganzen Paragraphengedöns.

Resümee: Die Zunft macht sich selbst kaputt! Dergleichen ließ auch der schon verzweifelte Leiter im LRA durchblicken, als es um die Beschwerdepunkte ging. Und aus der Nachbarschaft wird dort offensichtlich extrem viel Nacharbeit hineingetragen.

Mein Tipp für ähnliche Fälle: Dem LRA oder dem Bezirk emotionsfrei die Dinge auflisten. Unser LRA hat heute innerhalb von wenigen Stunden positiv reagiert - offensichtlich inkl. einer Meisterschelte. Ich schätze der nächste Wechsel kommt bestimmt.
« Letzte Änderung: 20.08.14, 14:33 von Datko »
Wegen dem hier vorherrschenden Meinungsmonopol des Admins bin ich kaum noch aktiv. Anzutreffen auf:
http://www.carookee.com/forum/sfr-reform Dort sind auch die abgewanderten Experten anzutreffen.

Monopolgegner

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Sehr geehrter HRB,

wie können sie denn auch die dummdussellige Rumfummelei des Russfangkehrers hinterfragen? ;) tztztz

Das grenzt schon fast Blasphemie  :'(.

Denn sowas mögen die "Fachleute" überhaupt nicht. Aber Knöpfe an die Backen von Zwangskunden und Behörde nähen, das mögen sie.

Wegen der eingeführten Zensur des Admins in diesem Forum und dadurch Streichungen von Beiträgen, beteilige ICH mich hier an nichts mehr. Wie Viele andere ebenfalls. Ich und viele andere auch aus diesem Forum bin/ sind im Forum: http://www.carookee.com/forum/sfr-reform

TWMueller

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Mir macht der geschilderte Fall erneut deutlich, wie wichtig es ist, KLARE und NACHVOLLZIEHBARE Normen zu haben. Man darf es nicht der Willkür eines HANDWERKERS überlassen, was dieser ggf. als "ausreichend" geltend lassen will.

Das Problem beginnt jedoch bereits bei der KONSTRUKTION des Gesetzes. Wenn es um die SICHERHEIT von Feuerungsanlagen gehen würde, hätte man ein "Feuerstätten-Sicherheits-Gesetz" verabschiedet. Warum versteckt sich der BUND jedoch hinter einem "Schornsteinfeger-HANDWERKS-Gesetz"?

Nach der Freigabe des Schornsteinfeger-HANDWERKS solle auch nach 2008 irgendwie die Funktion eines "Bezirksschornsteinfegers" gerettet werden. Also musste eine "wichtige" Aufgabe gefunden werden. Dies soll angeblich die FEUERSTÄTTENSCHAU und der anschliessende Erlass des FEUERSTÄTTENBESCHEIDS sein.

Nun ist die SICHERHEIT der Feuerungsanlagen durch deren BAUABNAHME und die WIEDERKEHRENDEN Reinigungen und Prüfungen bereits gewährleistet. Was also soll die FEUERSTÄTTENSCHAU? Warum diese "Kontrolle der Kontrollen"?

Und die SINNLOSIGKEIT dieser "Kontrolle" fällt natürlich auch den Bürgern auf. Also sind die "Bezirksschornsteinfeger" gezwungen, die Feuerstätten-SCHAU zur Feuerstätten-SHOW zu machen. Man hat ja eigentlich gar nichts zu tun. Also muss man so tun, als wäre es wichtig. Man muss energisch auftreten, die Amtsperson heraushängen lassen, mit ernster Miene alles ansehen und verzweifelt nach Allem suchen, was man vielleicht "bemängeln" könnte. Der Bürger soll ja nicht merken, wie SINNLOS das Ganze ist. Und jeder MÄNGELBERICHT scheint dann zu belegen, wie wichtig "Bezirksschornsteinfeger" und "Feuerstättenschauen" doch für die SICHERHEIT DEUTSCHLANDS sind.

Und wehe, wenn dann jemand mit technischem Verständnis mal NACHFRAGT. Spätestens wenn es um KONKRETE technische NORMEN geht, müssen die meisten Schornsteinfeger passen. Von den "Aufsichtsbehörden" ist noch viel weniger zu erwarten. Dort sitzen Verwaltungsfachangestellte, die noch nicht mal Schornsteinfeger und schon gar nicht Bauingenieur sind. Sie haben schlicht TECHNISCH keine Ahnung, um was es geht. Also wird verweifelt bei der INNUNG Rücksprache genommen. Hierbei wird jedoch übersehen, dass eine INNUNG ein INTERESSENVERBAND eines Handwerks ist. Wo aber sind die VEREIDIGTEN SACHVERSTÄNDIGEN der HANDWERKS- oder INDUSTRIE- und HANDELS-KAMMERN? Das wären die richtigen Ansprechpersonen für die "Aufsichtsbehörden". Aber BAU-SACHVERSTÄNDIGE (Prüf-INGENIEURE) wären wohl nicht hinreichend an den SONDER-Rechten der Schornsteinfeger interessiert. Hier wäre vielmehr zu befürchten, dass ein NEUTRALER Gutachter auch mal die SINNLOSIGKEIT einer "Prüfung" oder "Vorschrift" feststellen könnte.

Bis 2004 musste in Rheinland-Pfalz sogar noch der Abgasweg einer GAS-Heizung Pflicht-GEKEHRT werden. Ein Bürger musste seinerzeit bis vor den VERFASSUNGSGERICHTSHOF RhPf ziehen, bevor durch SACHVERSTÄNDIGEN-Gutachten diese völlig nutzlose Zwangskehrung nach Zeitablauf beseitigt wurde. Unsinnige Pflichten bleiben halt so lange in Gesetz und Verordnung stehen, wie jemand hieran VERDIENEN kann.

Es wird folglich an den einzelnen Bürgern sein, mit verteiltem SACHVERSTAND gegen UNSINNIGE und ÜBERZOGENE Pflichten anzukämpfen. Je mehr hierbei nicht KRITIKLOS jede Vorschrift BLIND befolgen, desto eher wird erreicht werden, dass TECHNISCHER LOGIK auch Beachtung geschenkt werden muss.

Denn Eines sollte man nicht vergessen:
Der Bürger ist nach Verfassung grundsätzlich FREI.
Es ist am STAAT ggf. zu beweisen, warum er diese FREIHEIT beschränken will oder muss. Es ist am STAAT die Verhältnismäßigkeit seines Handelns zu belegen. Es ist NICHT der Bürger der in BEWEISNOT kommt.

Zitat von: Bundesverfassungsgericht
AKTENZEICHEN: 1 BvR 699/06
Urteil vom 22. Januar 2011

Gemäß Art. 1 Abs. 3 GG binden die Grundrechte Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Sie gelten nicht nur für bestimmte Bereiche, Funktionen oder Handlungsformen staatlicher Aufgabenwahrnehmung, sondern binden die staatliche Gewalt umfassend und insgesamt.

Dabei liegt Art. 1 Abs. 3 GG eine elementare Unterscheidung zugrunde: Während der Bürger prinzipiell frei ist, ist der Staat prinzipiell gebunden. Dementsprechend ist der Bürger seinerseits durch die Grundrechte nicht unmittelbar gebunden, sondern findet durch sie gegenüber dem Staat Anerkennung als freie Person, die in der Entfaltung ihrer Individualität selbst verantwortlich ist.

Seine Inpflichtnahme durch die Rechtsordnung ist von vornherein relativ und prinzipiell begrenzt; der Staat schafft hierbei auch einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Grundrechtsträgern und bringt damit zwischen diesen die Grundrechte mittelbar zur Geltung.

Demgegenüber handelt der Staat in treuhänderischer Aufgabenwahrnehmung für die Bürger und ist ihnen rechenschaftspflichtig. Seine Aktivitäten verstehen sich nicht als Ausdruck freier subjektiver Überzeugungen in Verwirklichung persönlicher Individualität, sondern bleiben in distanziertem Respekt vor den verschiedenen Überzeugungen der Staatsbürger und werden dementsprechend von der Verfassung umfassend und unmittelbar an die Grundrechte gebunden.

Dies gilt auch, wenn er für seine Aufgabenwahrnehmung auf das Zivilrecht zurückgreift.
« Letzte Änderung: 20.08.14, 21:33 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

Tel.: 0170 5258679
Mail: AKTUELL BITTE  KEINE MAILS
FORUM: http://sfr-reform.carookee.com/
Ich freue mich über jeden persönlichen Kontakt.

HPB

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Mir macht der geschilderte Fall erneut deutlich, wie wichtig es ist, KLARE und NACHVOLLZIEHBARE Normen zu haben. Man darf es nicht der Willkür eines HANDWERKERS überlassen, was dieser ggf. als "ausreichend" geltend lassen will.

Das flexible "ausreichend" für die Abstandsflächen und die feuerfeste Unterlage wurden ja längst von konkreten Normen ergänzt. Insofern wäre das bei unserer Sache auch kein Thema gewesen, denn

1. besteht Bestandsschutz und
2. ist die heute geforderte Mindestgröße 50 cm vor der Feuerstelle.

Auch die anderen angeblichen Mängel haben klare Werte, die unser Haus/Heizung übererfüllen, denn wenn wir z.B. 54 cm vor der Feuerstelle und 49,x cm vor dem Ofenfuss haben, braucht man darüber gar nicht mehr zu philosophieren. Es scheint vielmehr so zu sein, dass einige Meister eine schwer zu stillende Machtgier haben und dabei über jedes Ziel hinausschießen.

Daher sehe ich auch die klare und sachliche Konfrontation der Aufsichtsbehörden (LRA, Regierung etc.) im Vordergrund. Die müssen dann dazu Stellung nehmen und die schwarzen Schafe werden angezählt. Das Antwortmail unseres LRA war diesbezüglich von einer erfrischenden Klarheit und es kam knapp 2 Stunden nach meinem Einspruch - eine Rekordzeit.

Zur Gas-Abgasweg-Kehrung: Die ist hier doch auch im Jahresrhythmus vorgesehen - oder habe ich da etwas übersehen? Dazu hatte schon mein Schwiegervater eine klare Meinung, nämlich die, dass diese unnötig sei. Man findet dort allenfalls Spinnweben und seitens der Innung wird immer das hineingefallene und blockierende Vogelnest zitiert, das er in seiner gut 40-jährigen Berufslaufbahn noch nie gesehen hat.

Unabhängige Prüfingenieure? Sorry, das wäre ein noch größerer Wahnsinn als die KFZ-TÜV-Prüfer. Da macht einer eine akademische Ausbildung um dann mit Spiegel feststellen zu dürfen, dass irgendwo eine Lampe durchgebrannt ist. Das kann jede Hausfrau auch. Und auch da gab es politisch bedingt die sog. ASU. Die hat sich auch selbst ad absurdum geführt, denn jeglichen diesbezüglichen Fehler diagnostitiert seit 2 Jahrzehnten (Kalifornien sei Dank) das standardisierte On-Bord-Diagnosesystem (OBD2). Noch heute schließt der Prüfer wichtigtuerisch sein Diagnosekabel an, wohl wissend, dass er auch der gelben Motorstörlampe vertrauen könnte. Einzig das elektronische Auslesen der Fahrgestellnummer hat einen gewissen Effekt, er muss nicht mehr unter der Motorhaube suchen.

Mit der ein oder anderen (unnötigen) Vorschrift kann ich leben, nicht jedoch mit machtgeilen Haus-, Schul- oder Kaminkehrermeister. Da läuft mir schon die Galle über.
« Letzte Änderung: 22.08.14, 12:14 von HPB »
Wegen dem hier vorherrschenden Meinungsmonopol des Admins bin ich kaum noch aktiv. Anzutreffen auf:
http://www.carookee.com/forum/sfr-reform Dort sind auch die abgewanderten Experten anzutreffen.