Autor Thema: Wie oft muss ich den Schwarzarbeiter wirklich reinlassen  (Gelesen 3036 mal)

Barabarcus

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Hallo Leute,

ich bin neu in eurem Forum und habe mal eine paar Dinge recherchiert. Da ich mir nicht ganz sicher bin bezüglich der Richtigkeit möchte ich gerne eure Meinung dazu hören.

Zuerst schildere ich mal meine Gegebenheiten:
- Holzofen mit separatem gemauertem Keramikkamin, deutlich weniger als 5kW Wärmeleistung
- Ölheizung älter als 12 Jahre auch mit separatem Kamin gleicher Bauart

Jetzt möchte ich gerne wissen wie oft muss ich messen, kehren und sonstiges daran machen lassen.

Mein Kenntnisstand ergibt vollgendes:

Freuerstättenschau in jedem 3. Jahr und dazu dann auch das Feurstättenbescheid.
Ein bisschen unsicher bin ich mir wenn es um die Einordnung meiner Heizanlagen geht. Nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) Link: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/k_o/gesamt.pdf
ordne ich meine Ölheizung wie folgt ein:
§1Absatz 4 i.v.m. Anlage 1:

2.6
nach § 15 1. BImSchV wiederkehrend zu überwachende Feuerstätte

i.v.m.

2.8
Anlagen nach Nummer 2.6, die mit schwefelarmem Heizöl nach DIN 51603 Teil 1 oder anderen leichten Heizölen mit gleichwertiger Qualität betrieben werden, sofern es sich um eine raumluftabhängige Brennwertfeuerstätte an einer Abgasanlage für Überdruck oder eine raumluftunabhängige Feuerstätte handelt

i.v.m.

2.9:
Anlage nach Nummer 2.7, die mit schwefelarmem Heizöl nach DIN 51603 Teil 1 oder anderen leichten Heizölen mit gleichwertiger Qualität betrieben werden

Nach 2.9 ist eine Überprüfung in jedem dritten Kalenderjahr erforderlich und keine Kehrung!

Den Holzofen hätte ich unter
1.  "gelegentlich benutzte Feuerstätte und Räucheranlage" eingeordnet.

Das würde eine Kehrung und keine Überprüfung erfordern.
Damit würdet der Herr Kaminpolierer einmal im Jahr meinen Holzofen kehren und alle 3 Jahre darf er sich mit meiner Ölheizung beschäftigen ;)
Lieg ich da richtig oder voll daneben?

Mit freundlichen Grüßen 

TWMueller

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Der FEST-Brennstoff-Ofen dürfte das geringste Problem darstellen.
1 Kehrung im Jahr UND eine Abgaswegeüberprüfung (geht der Besen durch, ist der Abgasweg frei) nach Nr. 1.9 der Anlage 1 zur KÜO.

Bei der ÖL-Heizung wäre jedoch zunächst festzustellen, WELCHER ANLAGE-TYP genau vorliegt und ob die Heizung z.B. raumluft-ABHÄNGIG oder raumluft-UNABHÄNGIG betrieben wird (mit ÜBER-Druck oder UNTER-Druck).

So könnte sich ergeben, dass JÄHRLICH eine Abgaswege-Überprüfung ansteht, die jedoch nur dann eine KEHRUNG auslöst, wenn auch eine entsprechende Verschmutzung vorliegt. Es kann aber, wie gesagt, auch ganz anders sein.

Praktisch spielen diese Überlegungen vermutlich AKTUELL aber gar keine Rolle. Entscheidend ist NUR der FEUERSTÄTTENBESCHEID der vermutlich längst RECHTSKRÄFTIG geworden ist. Selbst wenn darin also völliger Unsinn vorgeschrieben ist, der BESCHEID muss zunächst eingehalten werden.

Aber der BESCHEID gibt zugleich Anhaltspunkte, wie der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" die Anlagen eingestuft hat. Meist findet sich in der RECHTEN SPALTE die Angabe der RECHTSGRUNDLAGE, also der Nr. nach KÜO / 1.BImSchV.

Ganz praktisch spielt aber auch nur die KÜRZESTE FRIST eine Rolle. Wenn man z.B. sowieso JÄHRLICH den Schornstein des FEST-Brennstoff-Ofens KEHREN lassen muss, spielt es kaum eine Rolle, ob der Schornsteinfeger, der im Haus ist, auch noch einen Blick auf den anderen Schornstein wirft. Man muss nur darauf achten, dass dieser HANDWERKER nach TATSÄCHLICHER ARBEITSZEIT abrechnet. Dann wird vermutlich sowieso z.B. nach ANGEFANGENEN HALBEN-STUNDEN abgerechnet. Ob der HANDWERRKER dann 15 oder 20 Minuten gebraucht hat, spielt folglich noch nicht mal für die Rechnungshöhe eine Rolle. WICHTIG wäre nur, dass die FRISTEN für ALLE ARBEITEN im Feuerstättenbescheid für den GLEICHEN ZEITRAUM festgesetzt sind, damit ALLES in EINEM Rutsch abgehakt werden kann..
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

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gerhardl49

  • Gast
Für die Ölheizung ist nach Anlage 1 im Kalenderjahr entsprechend

Nummer 2.3 (gelgentlich benutzte Feuerstätte) 1 Kehrung,

Nummer 2.4  (Verbrennungsluft- und Abluftanlagen von Anlgen nach Nummer 2.1 - 2.3) 1 Überprüfung

gefordert.

In Abhängigkeit von der betriebenen Anlage fällt noch eine Überprüfung nach § 15.1 BImSchV an. Die Häufigkeit ergibt sich aus Nummer 2.6. (jährlich) bzw. 2.8 (alle 2 Jahre). Die Bedingungen müsste man anhand des Anlage noch einmal genau geprüft werden.