Autor Thema: Feuerstättenschau am 40 Jahre unbenutzten Schornstein  (Gelesen 11034 mal)

pauline

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Heute  war ein junger,  forscher  BZSM  in meinem Anwesen  und  wollte  einen  seit  40 Jahren  nicht mehr  betriebenen Schornstein  anschauen.
(Der  andere Schornstein ist  sein  50  Jahren unbenutzt)

Er  beanstandete,  daß  da  noch  Ofenrohrfutter eingebaut  waren,  die mit einem Blechdeckel  verschlossen sind.
Überhaupt  seien bei einem stillgelegten  Schornstein die  Futter auszubauen und  mit  Ziegelsteinen zu verschließen.  Wegen der  "Brandgefahr"  die  vermutlich  von den  Steinen des Schornsteines  ausgeht.

Von seinem Vorgänger  sind die Schornsteine  als  "außer Betrieb"  gebucht  und  der ist  all  die  Jahre auch nie  vorbeigekommen.

Was ist  von solchem Unsinn zu halten?

pauline
« Letzte Änderung: 24.10.14, 19:12 von pauline »

TWMueller

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Der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" wollte sich wohl als kleiner BEZIRKS-AUFSEHER aufspielen.

Im Grunde muss man jedoch einfach NUR LESEN können.

Zitat von: SCHORNSTEINFEGER-HANDWERKSGESETZ
§ 14 SchfHwG
(1) Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger besichtigen persönlich zweimal während des Zeitraums ihrer Bestellung sämtliche Anlagen in den Gebäuden ihres Bezirks, in denen Arbeiten nach den Rechtsverordnungen nach § 1 Abs. 1 Satz 2 und 3 sowie nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen oder nach den landesrechtlichen Bauordnungen durchzuführen sind, und prüfen die Betriebs- und Brandsicherheit der Anlagen (Feuerstättenschau). Eine Feuerstättenschau darf frühestens im dritten Jahr nach der jeweils vorhergehenden Feuerstättenschau durchgeführt werden.

Steht also irgendwo einfach nur ein alter Schornstein rum, so handelt es sich genau genommen doch nur um eine MAUER. Zum "SCHORNSTEIN" wird etwas ja erst dadurch, dass damit VERBRENNUNGS-ABGASE abgeleitet werden. OHNE FEUERSTÄTTE auch keine ABLEITUNG von irgendwas.
Siehe Begriffsbestimmungen der Anlage 4 zur KÜO Nr. 1:
http://www.gesetze-im-internet.de/k_o/anlage_4_14.html

In Wirklichkeit wollen die "bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger" schnüffeln, ob es nicht vielleicht doch NICHT ANGEMELDETE Öfen, Kamine oder Heizungsanlagen gibt. Aber genau DAS dürfen sie nach GRUNDGESETZ NICHT (Artikel 13 (2) GG - Unverletzlichkeit der Wohnung - Durchsuchung).
Hierzu wäre ein RICHTERLICHER BESCHLUSS notwendig, der jedoch auch nur bei einem HINREICHENDEM TATVERDACHT erteilt werden dürfte. Eine EINFACHE AUSFORSCHUNG der Bürger und deren WOHNUNGEN darf es NICHT geben!

Der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger"  darf (die Gültigkeit des SchfHwG unterstellt) zwecks FEUERSTÄTTENSCHAU zwar ZUGANG zu BEKANNTEN ANLAGEN fordern, aber NICHT nach UNBEKANNTEM SUCHEN !

Es geht den Bezirksschornsteinfeger auch z.B. nichts an, wenn jemand in einem Lagerraum 50 alte Öfen (die er sammelt oder verkaufen will) stehen hat. Man darf auch z.B. beliebig viele Elemente eines Edelstahlschornsteins lagern. Sowohl die alten Öfen, als auch Bauteile für einenSchornstein werden erst dann relevant, wenn sie zur ANLAGE (ortsfeste Verbindung mit einem Gebäude) werden, die PRÜFPFLICHTIG ist (es bedarf folglich als Mindestvoraussetzung einer FEUERSTÄTTE).

Man sollte folglich in derartigen Fällen entweder gleich die Tür geschlossen halten, oder, wenn der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" auch eine ANDERE ANLAGE zu prüfen hat, darauf achten, dass er nicht in SONSTIGE RÄUME geht. Er darf an die BEKANNTE Feuerstätte und deren Abgasanlage, aber KEINE HAUS-DURCHSUCHUNG (BESICHTIGUNG) durchführen. Will er also durch Haus und Grundstück streifen, ihm freundlich aber bestimmt den AUSGANG zeigen.
« Letzte Änderung: 24.10.14, 22:14 von TWMueller »
Thomas W. Müller
Aktion SchornsteinFegerRechts-Reform

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pauline

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Hallo,

recht  herzlichen Dank  Herr  Müller.  Leider  wußte ich das   gestern  Nachmittag  noch  nicht.
Jetzt will er  das  Gesehene  dem  Bauamt  geben.

Wenn er eine Rechnung  über  zwei  Schornsteine  schicken sollte,  werde  ich wohl einen  Schornstein  erst mal  streichen.

Aber:  seit  wann gibt es diese  Feuerstättenschau,  die  er  zur Feuerstättenshow gemacht  hat?  Jedenfalls  behauptete er  was  von neuen Gesetzen.

Früher  hat man dem Schornsteinfeger  gesagt,  daß der  Schornstein  nicht  mehr  genutzt  wird,  und die Sache  war  erledigt.  Da  hat keiner   ein  Herausnehmen der  Rohrfutter  und  ein  Zumauern  des ehelmaligen Anschlußes verlangt.

pauline

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Als ich vor 15 Jahren den 2. im Haus befindlichen Kamin unbrauchbar machte,- trug ich diesen ab Oberkante Dachboden bis Dachausgang ab und ruh war.

Der damalige Bezirksschornsteinfegermeister vermerkte dies und gab sich zufrieden.

Anscheinend will sich der Russfangkehrer in dem Falle von "pauline" ein wenig aufspielen und den Dicken machen. Oder bot er sich zugleich an, diese "Arbeiten" zeitnah ausführen zu wollen?

Wegen der eingeführten Zensur des Admins in diesem Forum und dadurch Streichungen von Beiträgen, beteilige ICH mich hier an nichts mehr. Wie Viele andere ebenfalls. Ich und viele andere auch aus diesem Forum bin/ sind im Forum: http://www.carookee.com/forum/sfr-reform

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Hallo Pauline,

lassen Sie es den Kehrer zum Bauamt eskalieren und fertig. Wenn die dann nachfragen teilen Sie denen einfach mit, dass die beiden Kamine seit xy nicht mehr genutzt werden. Ich kenne das auch so, dass Neubauten mit kompletten Anschluss inkl. Blechdeckel erstellt werden, die z.B. an Fernwärme angeschlossen sind. Wenn der Mieter oder Eigentümer einen Ofen in Betrieb nimmt, muss er das melden, sonst zählt der Kamin nicht.

Das ist wieder so ein Jungwichtigtuer, der seine Lektion braucht.
Wegen dem hier vorherrschenden Meinungsmonopol des Admins bin ich kaum noch aktiv. Anzutreffen auf:
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pauline

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Hallo,

schnell ist  er ja.  Ich dachte allerdings,  es sei eine Rechnung.
Es  war der Bescheid,  über "Mängel an  Schornsteinen,  Feuerstätten, Verbindungsstücken und Lüftungseinr. (§ 5 SchHwG)

Gefahr in Verzug,  vorläufige Stilllegung..

Dann  werden  die  HBO § 3  und  § 37 zitiert.

Eine  Liste  der  angeblich oder  tatsächlich  vorhandene Mängel, die  es   bei einem  seit  jahrzehnten  stillgelegten  Schornstein  zu beheben  gilt,   fehlt.

Das  gibt  "Copy und Paste"  wohl nicht so leicht  her.
Da  unterscheidet  er sich nicht  von  Abmahnanwälten und  den  zugehrigen  Inkassounternehmen.

"Ich bin  gesetzlich verpflichtet,  die Abstellung  der  o. (nicht) g. Mängel  zu  überwachen.  Die  Beseitigung  der  Mängel  ist  unverzüglich  vorzunehmen."

Kopie  ans  Bauamt.   Da  mag  sie  versauern.

Einen  Campinggaskocher  mit Gasflasche  hat  er  bei seiner  Suche  nach  angeschlossenen  Öfen  nicht  gesehen.  Den kann ich auf  einem Strohballen  betreiben,  ohne  daß es ihn was  angeht.  Sollte  das  Flaschenventil  undicht sein,  macht es  einmal  Puff  und  die  Gefahr  hat  sich verzogen.

pauline

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Sie haben das treffend beschrieben. Wichtigtuerisches Gedöns, das ihn seinen Job kosten wird. Die begreifen es einfach nicht, dass ihr vermeintliches Machtpotential spätestens nach 7 Jahren verpufft. Dann kommt ein neuer Wichtigtuer, dessen Halbwertszeit ist auch nur 3 1/2 Jahre.

Bei uns starben sie bisher im 2-Jahres-Rhythmus. Sozusagen wie die Fliegen. Das Gewerbe schafft sich selbst ab. So ähnlich formulierte das unser Zweitkehrer, der auch Erstkehrer ist.
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Es  war der Bescheid,  über "Mängel an  Schornsteinen,  Feuerstätten, Verbindungsstücken und Lüftungseinr. (§ 5 SchHwG)

Gefahr in Verzug,  vorläufige Stilllegung.

E I G E N T O R

Gegen eine STILLLEGUNG einer STILLGELEGTEN Anlage hat ja niemand etwas.

Der "bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" hat somit im Grunde nur bestätigt, was zuvor schon behauptet wurde: Der Schornstein ist STILLGELEGT.

Eine Pflicht, eine STILLGELEGTE Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, oder diese in irgend einen Zustand zu versetzen, gibt es nicht.

Einen  Campinggaskocher  mit Gasflasche  hat  er  bei seiner  Suche  nach  angeschlossenen  Öfen  nicht  gesehen.  Den kann ich auf  einem Strohballen  betreiben,  ohne  daß es ihn was  angeht.

Ein "Campinggaskocher" ist erkennbar KEINE ANLAGE, da er nicht FEST MIT DEM GEBÄUDE VERBUNDEN ist (Anlage 4 zur KÜO). Auch für Kerzen, Petroleum-Lampen oder den Gartengrill ist der "Bezirks-Schornsteinfeger" gar NICHT ZUSTÄNDIG.

Zitat von: KEHR-UND ÜBERPRÜFUNGSORDNUNG des BMWi
KÜO ANLAGE 4 - Nr. 10

Feuerstätte“: Im oder am Gebäude ortsfest benutzte Anlage, die dazu bestimmt ist, durch Verbrennung Wärme zu erzeugen;

Ein "bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger" ist eben KEIN GEBÄUDE-SICHERHEITS-BEAUFTRAGTER !!!

P.S.
Wenn MÄNGEL zu beseitigen sein sollen, wären diese zudem HINREICHEND BESTIMMT zu benennen.

Zitat von: VERWALTUNGS-VERFAHRENSGESETZ
§ 37 VwVfG - Bestimmtheit und Form des Verwaltungsaktes
(1) Ein Verwaltungsakt muss inhaltlich hinreichend bestimmt sein.
« Letzte Änderung: 27.10.14, 22:15 von TWMueller »
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