Autor Thema: Kehrbuchdatenmissbrauch durch Kehrbezirksinhaber  (Gelesen 4192 mal)

Gerd aus Strausberg

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Wettbewerbszentrale verfolgt den Kehrbuchdatenmissbrauch durch bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger

Eine Anzeige bei der Wettbewerbszentrale wegen missbräuchlicher Nutzung der Daten aus dem Kehrbuch eines bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers.

Nach der derzeitigen Gesetzeslage nach § 19 Abs. 5 Satz 1 des Schornsteinfegerhandwerksgesetzes ist es den bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegern nicht erlaubt die Kehrbuchdaten privat zu nutzen, das heißt, sie sind nicht befugt, diese Daten zur Werbung für freie Tätigkeiten zu verwenden.
Als das Gesetz zusammengestrickt worden ist, gab es Proteste aus den Reihen der Heizungsbauer, die berechtigt befürchteten, dass die Schornsteinfeger ihre Position als Beliehene derart ausnutzen werden, dass sie erhebliche Vorteile aus der Kundendatei/Kehrbuch ziehen werden. Daraufhin schloss der Gesetzgeber das in dem neuen Schornsteinfegerhandwerksgesetz aus.

Damit ist den Bezirksinhabern untersagt, die ihnen bekannten Kehrbuchdaten zur Nutzung zu privatwirtschaftlichen Tätigkeiten einzusetzen, aber die Schornsteinfeger halten sich nicht daran!

In dem hier der Wettbewerbszentrale angezeigten Fall konnte ein solcher Datenmissbrauch durch einen Kehrbezirksinhaber nachgewiesen werden. Er hatte in einem Werbeschreiben die Hausbesitzer dazu nötigen wollen, nur ihm die privaten Aufträge, die er ihnen zuvor per Feuerstättenbescheid zugewiesen hatte, ausführen zu lassen.

Zitat aus der unteren Quelle:
  „Zugleich wurde jedoch in dem Schreiben auf den hoheitlich erlassenen Feuerstättenbescheid, sowie auf die Objektnummer und die betroffene Liegenschaft hingewiesen. Dies war ein eindeutiges Indiz dafür, dass berufspflichtwidrig Kehrbuchdaten aus der hoheitlichen Tätigkeit zur Förderung der eigenen, privatwirtschaftlichen Schornsteinfegertätigkeiten verwendet wurden.“

Der Bezirksinhaber wurde wegen dieses Wettbewerbsverstoßes auf Unterlassung abgemahnt und gab die Unterlassungserklärung ab.

Das ist somit nach meinem Kenntnisstand die erste Abmahnung, die ein Bezirksinhaber erhielt, aber langsam kommt Bewegung in den Sumpf der Feger. Es ist allgemein üblich, dass die Kehrbezirksinhaber die Daten aus ihren Kehrbüchern unrechtmäßig dazu missbrauchen, die Hausbesitzer zu ihren Kunden zu machen. Häufig wird der Werbetext auch so gewählt, dass der Bürger denken muss, dass er verpflichtet ist, den Vertrag, der allgemein auch ohne Preisangabe ist, durch ihn unterschrieben werden muss. Der dann später geforderte Preis kann dann astronomische Größen annehmen.


Quellenangabe:

http://www.wettbewerbszentrale.de/de/aktuelles/_news/?id=1300



MB500

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Re: Kehrbuchdatenmissbrauch durch Kehrbezirksinhaber
« Antwort #1 am: 04.07.13, 17:14 »
http://www.schornsteinfeger.de/bilder_ziv/files/bundesverbandstagdesschornsteinfegerhandwerks.pdf

es rollt einem fast die Fußnägel hoch wenn man dieses geschleimige Geschwafel liest.

nicht mehr lange Ihr schwarzen Brüder ,dafür habt Ihr zuviele Rechtsfehler gemacht wo Ihr das Schornsteinfegerhandwerksgesetz" selbst geschrieben " habt.

MB500SL

Gerd aus Strausberg

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Re: Kehrbuchdatenmissbrauch durch Kehrbezirksinhaber
« Antwort #2 am: 15.09.13, 14:27 »
Es gibt ihn nach wie vor, den bekannten Zettel vom Kehrbezirksinhaber, jedoch hat er sich etwas verändert. Früher war es ein handgeschriebener Zettel von 5 x 10 cm Größe: „Komme am XXX (meistens war der übernächste Tag gemeint) zwischen 12 und 16 Uhr, auch eine längere Zeitspanne war keine Seltenheit. Man musste sich mindestens einen halben Tag Urlaub nehmen, gegebenenfalls sogar einen ganzen Tag. Kein Hinweis auf eine verändernde Absprache, sozusagen ein Befehl an den Kehrgebührpflichtigen.

Heute im Briefkasten in Größe A4, schön bunt, unübersehbar und mit der deutlichen Überschrift „Terminvorschlag – Ihr Schornsteinfeger kommt“, wie sich doch die Zeiten ändern. Auch lese ich „Sehr geehrte Eigentümer/Mieter des Hauses“, davon war früher nie die Rede, geehrt werden war nicht notwendig. Wenn jemand geehrt werden musste, war das der Bezirksschornsteinfeger.

Trotzdem ganz schön dreist, denn meine Autowerkstatt verschickt keine Zettel „Ihr TÜV ist fällig, kommen Sie am XXX in unsere Werkstatt“. Auch meldet sich mein Bezirksbäcker nicht an, um seine Brötchen anzuliefern. Kein Hinweis darauf, dass ich auch einen anderen Schornsteinfeger oder eine Heizungsbauerfirma wählen darf, denn die meisten ehemaligen Kehrgebührpflichtigen haben sicherlich noch nicht realisiert, dass sie einen Handwerker ihrer Wahl bestellen können. Darauf hofft man und darauf baut man. „Terminvorschlag“ klingt schon gut, aber „Kostenvoranschlag“ klänge besser. Kein Wort davon, so als ob sich innerhalb der letzten Monate nichts geändert hätte. Offensichtlich will man weiterhin nach den nicht mehr gültigen „Arbeitswerten“ abrechnen. Leider kann ich das nicht rauskriegen, denn mein Heizungsmonteur hat die nicht notwendigen Schornsteinfegertätigkeiten (laut Feuerstättenbescheid) bereits ausgeführt, dokumentiert und an den Bezirksinhaber verschickt. Sicherheitshalber habe ich eine Kopie ebenfalls an den Inhaber verschickt. Sollten die Unterlagen „nicht angekommen“ sein, ist es schwieriger für den Kehrbezirksinhaber dieses glaubhaft zu machen.

Gerd aus Strausberg

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Re: Kehrbuchdatenmissbrauch durch Kehrbezirksinhaber
« Antwort #3 am: 15.09.13, 15:03 »
Ab 01.01.2013 Schornsteinfeger selbst bestellen !!!

Die Zeiten, in denen sich der Schornsteinfeger selbst ankündigte, sind seit Angfang dieses Jahres vorbei. Ab 2013 sind Sie selbst am Zug und müssen einen Schornsteinfeger ins Haus bestellen. Das haben aber die Schornsteinfeger noch nicht begriffen. Der niedere Bildungsstand dieser Gruppe wird wohl der Grund sein, das einfach zu ignorieren. Der Bürger ist daran gewöhnt, die bisherigen Freizügigkeiten (per Gesetz fundamentalisiert) zu erdulden. Was es zu beachten gilt, steht im Schornsteinfeger-Handwerkergesetz.

Das neue Schornsteinfeger-Handwerkergesetz trat am 01.01.2013 2013 in Kraft.

Quelle:
http://www.mittags-pause.de/schornsteinfeger-selbst-bestellen/